MajorVoice_Essigfabrik Köln_Vita Nigra-10Anfang März erschien das neue Subway to Sally Album “Hey“, das die wartenden Fans lang ersehnt hatten. 5 Jahre hatte die Welt auf die neue Scheibe warten müssen. Zwar hatten ein paar Festivals oder die alljährlich stattfindenden Eisheiligen Nächte das Warten verkürzt, aber schon eine gefühlte Ewigkeit hatte man sich gefragt, wann und ob es nochmal neue Songs zu hören gebe. Nachdem es nun also endlich so weit war, stand auch eine neue Tour ins Haus. Am 29.03.2019 verschlug es die Musiker von Subway to Sally in die Essigfabrik Köln. Die beliebte Location war an diesem Abend sogar ausverkauft! Ein eindeutiges Zeichen, dass man die Band um Eric Fish und eine Tour mit neuen Songs schon lang erwartet hatte.

Die Ruhe vor dem Sturm

Der Einlass begann pünktlich um 19.00 Uhr. Die Schlange vor der Essigfabrik war bereits einige Zeit vorher unglaublich lang und die Parkplatzsituation gestaltete sich problematisch. Dennoch waren wohl die meisten Menschen durch die Sicherheitskontrollen durch, als die ersten Töne vom Support MajorVoice erklangen. Gemeinsam mit einem Gitarristen, einer Cellistin und einem E-Pianisten betrat der Sänger die Bühne und versuchte, mit seiner kraftvollen Stimme zu überzeugen. Mit im Gepäck hatte er auch sein neues Album “The Newer Chapter“, aus dem das eine oder andere Stück dargeboten wurde. Zwar jagte die tiefe Stimme so manch einem einen Schauer über den Rücken, jedoch blieb die Stimmung in der Essigfabrik eher verhalten. Möglicherweise war der Support für das Publikum in Köln einfach zu sanft. Dennoch gab es höflichen Applaus und beim Song, “mit dem alles anfing”, ließen sich einige dann doch zum Mitsingen überreden. Kollektiver Gesang wurde dann schließlich beim “Eisblumen”-Cover, das die Subway to Sally Fans natürlich textsicher beherrschten. Die schürte dann doch die Vorfreude auf die Stars des Abends, auch wenn MajorVoice leider nicht zum Tanzen oder Feiern anregte. Dazu ist sein Musikstil einfach zu sanft.

Klassiker jagt Highlight

Nach einer Umbaupause war die Spannung in der Halle spürbar. Auch wenn der Support an diesem Abend eher zum träumen als zum anheizen gedacht war, sehnte man sich den ersten Tönen von Subway to Sally entgegen. Diese kamen dann schließlich auch mit einem schillernden Knall. Zu “Messias” hatte sich Frontmann Eric Fish so richtig in Schale geworfen und wirkte irgendwie wie ein Heino-Verschnitt, der goldenes Konfetti warf. Ein bizarrer Anblick, der von Vielen mit Unglaube und Lachern aufgenommen wurde. Nachdem aber dicht darauf der Klassiker “Kleid aus Rosen” folgte und sich die Band im gewohnten Metal-Gewand zeigte, war der Schock des Abends vergessen. Auch der neue Track “Königin der Käfer” wurde begeistert mitgesungen. Wieder und wieder zeigte sich das Publikum in der Kölner Essigfabrik als äußerst textsicher, ganz gleich ob es sich um ältere oder die neuen Lieder handelte. Natürlich durfte auch “Eisblumen” im rockigen Original nicht fehlen.Subway to Sally_Essigfabrik Köln_Vita Nigra-8
Mit “Anna`s Theme” gab es eine Zäsur im Konzert, das bislang wild und ungehemmt gespielt und gefeiert wurde. Das instrumentale Stück brachte eine unheilvolle Ruhe in das Publikum, gab Zeit zum durchatmen und träumen. Mit “Für immer” war diese Ruhe aber wieder dahin und es konnte weiter gerockt werden, auch wenn der Song ruhigere Tendenzen hat. Von der Bühne her schwappte eine unbändige Energie in den Zuschauerraum, die sich auf die Tanzenden übertrug. Dies mag daran gelegen haben, dass es erst der zweite Termin der Hey-Tour war, doch die Freude, der Spaß und die Lust an der Musik war nahezu greifbar. Mit “Aufgewacht” und “Ausgeträumt” verabschiedete man sich von Köln, nur um nach ausgiebigen Zugabe-Rufen (natürlich begleitet durch “Julia und die Räuber”-Gesänge) noch einmal auf die Bühne zurück zu kehren. Subway to Sally ließ es sich nicht nehmen, bei der Zugabe die Klassiker “Sieben” und “Tanz auf dem Vulkan” zum Besten zu geben. Die Band nahm sich dann sogar noch die Zeit für eine zweite Zugabe und schließlich wurde dieses abwechslungsreiche Konzert mit “Julia und die Räuber” beendet.

Fazit

Der Abend in der Essigfabrik Köln bei Subway to Sally war aufregend, schweißtreibend und regte sogar zum Träumen an. Die Halle war bis in den hintersten Winkel mit feiernden Menschen gefüllt, denen man die Freude am “Comeback” der Band durchaus ansah. Manch einer feierte trotzdem auf die alten Songs ein klein wenig mehr ab, doch die Band bewies, dass sie es auch nach 5 Jahren Schaffenspause noch immer drauf haben. So reihten sich die neuen Tracks in die Setliste ein, als wären sie schon immer da gewesen.
Schade nur, dass der Support MajorVoice eher wenig Anklang fand, kann seine Stimme in anderer Umgebung einen sonst doch sehr verzaubern. In den Rahmen an dem Abend in Köln schien das irgendwie nicht so recht zu passen. Dennoch Hut ab für diese Klangwelten, die unbeirrbar vorgetragen wurden. Insgesamt schreit der Abend doch nach einer Wiederholung!