Noch nicht lange ist es her, dass Schattenmann ihr Debüt-Album veröffentlichte. Die CD mit dem Titel “Licht an” wurde Anfang März 2018 veröffentlicht und erfreute Anhänger der Schwarzen Szene, die es gerne ein wenig härter mögen, ohne dass auch der Gesang gleich in metall-artiges Growlen ausartet. Die junge Band, die erst vor zwei Jahren zusammenfand, geht bereits jetzt bei Liebhabern der Neuen Deutschen Härte ordentlich durch die Decke. Nach fulminanten Auftritten auf der Tour mit Megaherz oder auf dem M’era Luna Festival 2018 kam die junge Band nicht mehr darum herum, nun selbst auf Tour zu gehen. Dass sie dafür nicht nur bereit sind, sondern auch die Fangemeinschaft mittlerweile groß genug ist, um die Clubs Deutschlands zu füllen, hat sich auf ihrer Headliner-Show am 27.10.2018 im Kulttempel Oberhausen eindrucksvoll bewiesen.

Die ersten Fans hatten sich am Samstagnachmittag bereits gegen 17.00 Uhr eingefunden, um später in der ersten Reihe stehen zu können. Einige der später Anwesenden war weit angereist, um dieses einzigartige Konzert erleben zu können. Schattenmann hatte vorher angekündigt, das gesamte Album zu spielen und darauf freute man sich besonders, da bei den vorherigen Auftritten stets nur eine Auswahl gespielt werden konnte. Die Fans mussten sich aber auch nach dem Einlass, der ab 19.00 Uhr vergleichsweise schleppend voran ging, noch ein wenig gedulden. Zunächst stand der Support Florian Grey auf dem Programm. Die Band rund um Ausnahme-Sänger Florian Grey veröffentlichte in diesem Jahr das lang ersehnte zweite Album mit dem Titel “Ritus” und konnte dem Oberhausener Publikum sowohl mit alten als auch den neuen Songs ordentlich einheizen. Mit gepflegten Dark-Rock-Sounds und Songs wie “My Babylon” oder “Laudanium” konnte die Band begeistern. Der Kulttempel Oberhausen füllte sich stetig und Florian Grey wird an diesem Abend einige neue Fans hinzugewonnen haben. Diese können sich bereits jetzt darüber freuen, dass die Reise der jungen Band noch lange nicht vorbei ist. Eine etwas ausgedehntere Tour ist bereits angekündigt und weitere Termine in Planung.

Kurz bevor das Set von Schattenmann dann im Anschluss an Florian Grey offiziell begann, begab sich Sänger Frank Herzig allein mit seiner Gitarre auf die Bühne. Anstatt gewohnt brachial loszulegen, präsentierte er ganz allein die Akustik-Version von “Gekentert”, die einem sofort Gänsehaut bereitete. Die Fans sangen lautstark mit, was man leider deutlich hörte und diesen besonderen Moment etwas zerstörte. Dennoch bot der erste Song des Abends unheimliche Emotionen, die später durch Adrenalin verdrängt oder umgewandelt wurden.
Das eigentliche Konzert begann schließlich um 20.30 Uhr mit dem Titel “Schattenmann”, das jegliche Melancholie von zuvor zunichte machte und das Publikum gebührend im Kulttempel Oberhausen begrüßte. Mittlerweile war der Club auch ordentlich voll geworden. Vorne stand man nun dicht gedrängt, allerdings blieb noch immer genügend Platz zum Tanzen und Feiern. Besonders zu Tracks wie “Generation Sex” oder “Amok” eskalierten die Fans beinahe und feierten ordentlich mit. Die Stimmung kochte, was durchaus auch der Schattenmann-Show und nicht allein der Musik geschuldet war. Mit phosphoreszierender Farbe bemalt, einer abwechslungsreichen Licht-Show, einer Kettensäge und leuchtenden Schattenmann_Kulttempel Oberhausen 2018_Vita Nigra-1Vendetta-Masken wurde das Konzert abwechslungsreich und eindrucksvoll gestaltet. Frank richtete zwischendurch seine Worte an die Fans und bedankte sich herzlichst für den grandiosen Abend, den er sich zu diesem Zeitpunkt wohl nicht in den kühnsten Träumen hätte vorstellen können. Als Dank für die Möglichkeit dieser Headliner-Show spielten Schattenmann ein neues Lied, nachdem sie eine Dame, die laut Aussage ihrer Freunde zum Konzert mitgeschleift worden war, zum “Krieger des Lichts” erkoren hatten. Der neue Song “Ruf der Engel” machte Lust auf mehr, sodass der ebenfalls neue Track “Epidemie” gleich hinterher geschoben wurde.

Nachdem fast das ganze Album und zwei neue Songs gespielt wurden, verabschiedeten sich Schattenmann von der Bühne des Kulttempel Oberhausen, um nach etwa 20 Sekunden wieder zurückzukehren. Wer gut aufgepasst hatte, wusste, dass der Song “Zahn der Zeit” noch fehlte, schließlich war es den Fans versprochen worden, das gesamte Album zu spielen. Bevor sich die Band mit diesem höchst melancholischen Song verabschiedete und zur After-Show-Party einlud, die an diesem Abend traditionell im “Depeche Mode”-Gewand, wie jeden vierten Samstag im Monat, wurde noch ein weiterer neuer Song präsentiert. “Kopf durch die Wand” war brachial und stand im harten Kontrast zu “Zahn der Zeit”, das die Fans sowohl traurig als auch glücklich zurückließ.
Nun kann man sich auf die Tour mit Feuerschwanz freuen, die noch in diesem Monat startet. 2019 wird es dann weitere Termine für Headlinershows von Schattenmann geben!