IndecentBehaviour_2019.03.23_VitaNigra-5Schon auf dem ersten Block zu ihrem aktuellen Album Brot und Spiele waren Saltatio Mortis im deutschsprachigen Raum unterwegs. Spielte sie damals noch ein „Wohnzimmer“-Konzert in Zürich,war es auf dem zweiten Tourblock Zeit, ins Z7 nach Pratteln zurückzukehren.
Als Einheizer wurden die Karlsruher von einer noch jungen, deutschen Band begleitet. Indecent Behaviour machten ihrem Namen gleich von Beginn weg alle Ehre. Denn gleich zu Beginn streikte schonmal die Technik komplett. Doch schnell war das Malheur behoben, Band und Publikum auf Anfang gestellt und schon konnte es losgehen. Und wie es losging, nämlich mit Vollgas. Indecent Behaviour war nicht anzumerken, dass sie erst ihre dritte große Show spielten. Gekonnt hatten sie das Publikum im Griff und gewannen dank ihrer Mischung aus Hardcore Punk und Metal bestimmt einige Schweizer Fans dazu. Ihre schnellen Riffs, die energischen Drums und Sänger Henriks dynamischer Gesang heizten dem schweizerisch-süddeutschen Publikum so richtig ein. So war es denn auch nicht verwunderlich, als am Ende des Sets energisch nach Zugaben gerufen wurden. Eine seltene Ehre im Z7.

Nach dem Umbau war es Zeit für den Headliner des Abends. Die Fans der ersten Reihe mögen sich vielleicht noch gewundert haben, warum die ganzen Fotografen nicht im Graben waren. Spätestens aber als die Pyro losging, war allen klar, es hatte seinen Grund. Fulminant eröffneten die Karlsruher den Abend mit ihrem Hit “Große Träume”, nur schon dafürSaMo_2019.03.23_VitaNigra-17 wurden sie vom Publikum geliebt. Weiter ging es mit einer gelungenen Mischung aus aktuellen Songs und älteren Stücken. Natürlich ließ sich Alea auch diesmal wieder von und durch die Menge tragen. War man sein Crowdsurfen beim “Rattenfänger” mittlerweile schon gewohnt, ließ er sich nun aber ein zweites Mal auf ein Bad in der Menge ein. Von einem starken Fan ließ sich der Sänger nämlich zu “Nie wieder Alkohol” auf den Schultern durch die Menge tragen. Zum Ende des Lieds pfefferte er dann auch noch schwungvoll sein Shirt in die Feierwütigen. Spätestens ab da kochte die Halle förmlich über. Die Stimmung war grandios und Fans sowie Band spornten sich gegenseitig zu immer größeren Höhenflügen an. Viel zu schnell war jedoch alles vorbei und auch die letzte Zugabe verklang.
Wie immer nahmen sich Saltatio Mortis auch diesmal wieder Zeit, nach dem grandiosen Konzert ihre Fans in der Halle zu treffen. Es wurden Schwätzchen gehalten, Fotos geschossen und Autogramme verteilt. Dann hieß es für das Schweizer Publikum endgültig Abschied zu nehmen. Zumindest bis zum nächsten Auftritt der Karlsruher.

Für die eher auf das mittelalterliche Saltatio Mortis ausgerichteten Fans mag der Abend eher ungewohnt gewesen sein. Doch die Entwicklung der Band über die letzten Jahre lassen nur die Wenigsten ob der Veränderungen staunen. Einmal mehr setzten Saltatio Mortis, nicht nur durch die Wahl der Vorband, ihren Weg in die etwas härteren Gefilde der Mittelalter Szene konsequent um. Die raueren Töne und eindeutigen Texte stehen der bald 20-jährigen Band in jedem Fall gut zu Gesicht.