Indecent Behavior_E-Werk Köln 2019_Vita Nigra-8Saltatio Mortis sind schon seit Jahren für ihre schweißtreibenden und fulminanten Shows bekannt. Sei es das MPS, andere Festivals oder Tourkonzerte – bei SaMo bleibt kein Fuß still stehen. Nachdem die Band im vergangenen Jahr das Album “Brot & Spiele” herausgebracht hatten, waren sie bereits im Herbst auf Tour gewesen. Im März und April 2019 war es Zeit, diese Tour fortzusetzen. Passend zu den Frühjahrs-Konzerten haben Saltatio Mortis eine neue Edition des Albums auf den Markt geworfen. “Brot & Spiele – Klassik und Krawall” kleidet die neuen Songs in ein anderes Gewand und zeigt die Band von einer wandelbaren Seite. So war auch der Abend des 13.04.2019 im E-Werk in Köln sehr abwechslungsreich.

Der Einlass begann pünktlich, doch noch kurz vor Beginn der Vorband standen die Wartenden die gesamte Straße herunter, um in die Halle zu kommen. Kein Wunder, schließlich war das Konzert ausverkauft. Parallel fand auch im gegenüberliegenden Palladium eine Veranstaltung statt, was die Parkplatzsituation schwierig machte. Hatte man die Hürden des Parkens und des Einlasses aber überwunden, erwartete einen an der Bar ein heißer Kaffee und kurze Zeit später der Beginn des Konzerts. Indecent Behavior eroberten die große Bühne, für die die vierköpfige Band zunächst etwas klein wirkte. Das letzte Konzert der Tour wurde von der jungen Band dennoch sichtlich begeistert gespielt. Man bedankte sich für den grandiosen Support, fegte über die Bühne und begeisterte mit Songs wie “Falling Down” und “Legal Torture”. Der melodische Hardcore-Punk wurde auch von den Mittelalter-Rock-Fans gut angenommen und die Newcomer-Band saugte sichtlich jeden grandiosen Moment auf. Die Stimmung übertrug sich auf das Publikum und so erwartete man aufgeheizt das Highlight des Abends.

In der Umbaupause lief eine abwechslungsreiche Playlist, die auch Songs von den Toten Hosen und Die Ärzte enthielt, die begeistert mitgegrölt wurden. Als Saltatio Mortis dann endlich, mit ein wenig Verspätung, auf die Bühne traten, rasteten die Fans im Kölner E-Werk vollends aus. Mit “Große Träume” und Pyrotechnik begann man die Show, sodass ausnahmslos alle Anwesenden sofort mitgerissen wurden. Die Kölner erwiesen sich auch bei Songs wie “Wachstum über alles” und “Europa” als äußerst textsicher. Dass auf diese beiden Songs gleich der “Besorgte Bürger” folgte, war sicherlich kein Zufall.
Saltatio Mortis_E-Werk Köln 2019_Vita Nigra-6Zu lange hielt man sich in den politisch-kritischen Gefilden aber nicht auf. Mit einem kleinen “Akustik”-Set präsentierte man den “Drachentanz”, “Heimdall” und “Le Corsair” und brachte damit ein klein wenig MPS-Stimmung mit in die Konzerthalle. Gleich darauf wurde es aber wieder rockig, als “Eulenspiegel” angestimmt wurde. SaMo boten insgesamt eine gute Mischung aus Rock und Mittelalter mit ein paar punkigen Elementen. Fröhliche und selbstironische Lieder wie “Mittelalter” wechselten sich mit traurigen Tracks wie “Nachts weinen die Soldaten” ab. Bevor man jedoch in der Melancholie versinken konnte, zog die Band die Menge mit “Brunhild” und “Rattenfänger” wieder nach oben. Die Euphorie wurde bei letzterem durch das gewohnte Crowd Surfing durch Sänger Alea gesteigert, der zu diesem Zeitpunkt wohl schon ziemlich geschwitzt war. Dennoch wurde er mehr oder weniger sicher durch die Halle getragen und stand zum Abschied bei “Sie tanzt allein” wieder auf der Bühne.

Das letzte Konzert der Tour konnte so natürlich nicht enden und so verlangte man vehement nach einer Zugabe. Den alteingesessenen Fans wurde dann mit “Tritt ein” ein ganz besonderes Geschenk gemacht, denn diesen Track hat man live schon lange nicht mehr erlebt. Mit “Nie wieder Alkohol” und “Prometheus” verabschiedete man sich dann endgültig, um den Abend traditionell mit dem “Spielmannsschwur” zu beenden.
Der Abend bei Saltatio Mortis im E-Werk Köln war rundherum gelungen. Die Vorband passte nach vorangegangener Skepsis super zur Hauptband und heizte ordentlich ein. Bei SaMo gab es dann den Abriss der Halle, den niemand beenden wollte. Viele hörten nicht auf zu tanzen und verlangten auch noch nach der Zugabe, man möge das gleiche Set einfach nochmal spielen. Vollkommen aufgeheizt verließ man die Halle und fand sich in einer äußerst kalten Nacht wieder.
Im nächsten Jahr wird das 20-jährige Jubiläum der Band im gegenüberliegenden Palladium stattfinden. Der Abend des 13.04. bot einen guten Vorgeschmack.