samo_10_by_zouberi-dcqo3wgBrot und Spiele“ gab es in Linz am Freitagabend, den 19. Oktober 2018. Allerdings nicht im wörtlichen Sinne, denn das ist nur der Titel des neuen Albums von Saltatio Mortis, die damit im Rahmen ihrer gleichnamigen Tour unterwegs sind und auch den Posthof bespielten. Das Brot musste man also vorher selber essen, Spiele gab es im Sinne von Mitmachaktionen im Publikum aber zur Genüge.

Um 20 Uhr ging es im Linzer Hafen los, kurz zuvor schon meldete der Posthof, dass der Große Saal ausverkauft sei. Auch diesen Halt auf der Erfolgsstrecke von Saltatio Mortis konnte man somit als Erfolg verbuchen. Allerdings hätten die Chart-Stürmer ruhig etwas früher in die oberösterreichische Landeshauptstadt zurückkehren können. Selbst der vorlaute Falk war kurz sehr leise, als er erwähnte, dass die Band zuletzt im Jahr 2005 (!) in Linz gespielt hatte. Im relativ jungen Publikum konnte sich daran auch niemand erinnern.
Mit hässlichen LEDs und „Großen Träumen“ polterten die Spielleute nun leider ohne Vorband in den Saal. Trotz großer Kritik am beinahe massentauglichen Sound des neuen Albums verließ an dieser Stelle noch niemand die Location. 

Nachher wurden mit „Heimdall“ und „Brunhild“ noch mehr neue Songs vom aktuellen Silberling präsentiert. Richtig winterlich fühlte sich dann noch „Träume aus Eis“ an, aufgewärmt wurde danach mit dem bestenfalls heiteren „Nie wieder Alkohol“. Zunächst gab es noch ein paar Samo-Dauerbrenner auf die Ohren: beim „Rattenfänger“ warf sich Alea ganz unbescheiden in die Menge und ließ sich bereitwillig von den Fans begrapschen, während er dessen ungeachtet weitersang. Weiterhin sozialkritisch eingeheizt wurde anschließend bei „Prometheus“, der stets gerne vom Publikum mitgesungen wird.samo_03_by_zouberi-dcqo3yy
Etwas, wenn auch nicht viel ruhiger, ging es dann wieder bei „Sie tanzt allein“ zu. Wie auch die Standard-Edition des Studioalbums neigte sich das Konzert mit dem launigen Lied seinem Ende zu.
Es gab natürlich noch einige Zugaben, bevor endgültig Schluss war. Angefangen wurde mit dem selbst schon in die Jahre kommenden, aber immer noch aktuellen „Früher war alles besser“, dann fand mit „“ die große Zäsur statt. Der neu präsentierte Song „Mittelalter“ erinnerte nicht an alte Zeiten, sondern ließ eher Oktoberfeststimmung aufkommen. Vielleicht sollten sich Saltatio doch noch einmal genau überlegen, in welche Richtung sie denn nun musikalisch gehen möchten. Klassisch war auf jeden Fall dann doch noch der Abschluss mit dem „Eulenspiegel“ und dem obligatorischen „Spielmannsschwur“.

Während für die Linzer nun das Wochenende hereinbrach, machten sich Samo nach Konzertschluss schon auf in die Schweiz. Am Samstag wollten schließlich auch die Fans in Zürich bespielt werden. Ob es dort auch Brot gab, war leider nicht festzustellen. Eine Chance gab es aber noch für die Österreicher, dies zu überprüfen. Am 25. Oktober kehrten die Spielleute noch in Wien ein, bevor die Alpenländer wieder für einige Zeit verlassen wurden.