Auch in diesem Jahr lockte die Role Play Convention 2018 (kurz: RPC) Heerscharen von Cosplayern, Larpern und anderen Nerds in die Messehallen der koelnmesse in Köln Deutz. Am 12. und 13. Mai öffnete die RPC ihre Tore und erreichte einen neuen Rekord. Wie die Veranstalter via Facebook bekannt gaben, war zumindest der RPC-Samstag der Tag mit RPC Köln 2018-12den meisten Besuchern in der gesamten Role Play Convention Geschichte. Ob das zutrifft, ist schwer zu sagen, da sich die Besucher auf die beiden Hallen und den Mittelaltermarkt gut verteilten. Durch das tolle Wetter am Samstag waren auch viele Menschen draußen unterwegs und genossen Speis und Trank in der Sonne.
Währenddessen beschallten Veytstanz, F.misd oder Irdorath den Mittelaltermarkt mit ihren vielfältigen Klängen. Direkt vor der Bühne fanden sich einige Leute ein, um den Musikern zuzuschauen, zu klatschen oder gar zu tanzen. Die stets gut gelaunten Bands animierten einige Zuschauer, näher zu kommen, denn zunächst war der Platz vor der Bühne eher leer. Dies änderte sich aber dann bei Tommy Krappweis, der sein sitzendes und stehendes Publikum mit Band oder einer One-Man-Show gut unterhielt.

Derweil gab es in den Hallen diverse Workshops, Lesungen und alles, was das Rollenspiel-Herz begehrt. Die Auswahl an Brettspielen, die getestet werden konnte, war beachtlich, allerdings war der Tabletop-Bereich extrem geschrumpft. Ein Teil der Halle war gar nicht erst freigegeben worden. Statt Tabletop gab es in diesem Jahr im unteren Bereich und draußen mehr Aktivitäten, die vollen Körpereinsatz forderten. Ob es Jugger oder Lasertag war: an beiden Tagen waren längere Schlangen an den Spielorten. Nur der Regen am Sonntag trübte das Spielfeld im Außenbereich ziemlich. Dafür konnte man in der unteren Halle in diesem Jahr aber auch das Feeling von Takeshi’s Castle nachempfinden. Diejenigen, die sich durch den Parcours gewagt hatten, kamen allesamt lachend und glücklich aus dem Castle heraus. Das sah nach einer ordentlichen Portion Spaß aus!
Spaß hatten wohl auch die zahlreichen Teilnehmer der beiden Cosplay-Wettbewerbe. Bei der Verleihung der Preise war in der Nähe der Hauptbühne kaum ein Durchkommen mehr. Alle wollten die großartigen Kostüme sehen! Gesehen wurde dort auch Jan Hegenberg, der sein Publikum wieder einmal begeisterte, auch wenn dies bei so manchem Fan nur aus nostalgischen Gründen der Fall war. Während er unter den Besuchern der RPC immer noch beliebt ist, hat er im Allgemeinen leider seinen Biss verloren. Als Heros des Nerdtums ist war die Role Play Convention 2018 aber eine gute Plattform, um sich noch einmal feiern zu lassen. Nicht umsonst gilt er als ‘RPC-Haustier’. Auf der RPC durften auch in diesem Jahr deshalb die Gamer und Zocker nicht fehlen. Live-Runden konnten begutachtet werden und an diversen PCs wurden Games angetestet. Erstaunlicherweise erfreuten sich die Brettspiele von Pegasus Spiele aber größerer Beliebtheit als beispielsweise die Spielstationen von Shakes and Fidget

Einen wichtigen Teil der Convention machten wie jedes Jahr die zahlreichen Cosplayer aus. Diese bewegten sich in ihren tollen Kostümen durch die Hallen oder waren an eigenen kleinen Ständen zu finden. Dort konnte man sie mit Fragen löchern und sich über eigene Cosplays unterhalten. Wer sein Kostüm für die Ewigkeit festhalten wollte, RPC Köln 2018-99gesellte sich zu einer der Fotostationen, die beispielsweise von eosAndy angeboten wurden. Dadurch wurden gleich vor Ort Shootings auf professioneller Ebene betrieben. Etwas störend waren daneben die vielen Hobbyfotografen, die ein halbes Studioequipment herumtrugen und sich inoffizielle Plätze zum Fotografieren suchten. Deswegen hatten viele Cosplayer dann unterwegs gar keine Lust mehr, beispielsweise von der Presse, abgelichtet zu werden und stürmten an gezückten Kameras vorbei. Das ist zwar vollkommen verständlich, wurde so in den letzten Jahren allerdings auch noch nicht erlebt. Die Überfracht an Fotografen war wirklich enorm.
Überhaupt nicht enorm war dagegen die Resonanz für die Stars aus Vikings, Game of Thrones und Co. Während die Fotoshootings mit den Stars im Vergleich zu anderen Conventions sehr wenig besucht waren, ließen die Stars sich tagsüber auch eher selten blicken. Obwohl die Autogrammzeiten festgelegt waren, waren manchmal alle Stars gleichzeitig ausgeflogen und nicht aufzufinden. Wenn sie nicht gerade in einem QA-Panel waren oder tatsächlich Autoramme gaben, schienen sie wie vom Erdboden verschluckt. Schade, dass die Resonanz auch eher zurückhaltend war. Da war sogar der Ansturm bei einigen Cosplayern größer, besonders als sich Maul Cosplay spontan für den Sonntag ankündigte, um Autogramme zu geben. Als die Stars vor ein paar Jahren noch in der oberen Halle platziert waren, war der Andrang deutlich höher. Vielleicht wäre es für die Stars schöner, wenn sie wieder etwas mehr im Mittelpunkt stünden. Auf anderen Conventions erfreuen sich die Autogramme, QAs und Shootings nämlich größter Beliebtheit.

Insgesamt hat die Role Play Convention 2018 wieder viel geboten. Es gab Musik, Spiel und Spaß und allerlei zum Mitmachen. Die müden Knochen vom Schlendern konnte man bei den wenigen Sitzgelegenheiten oder den Lesungen ausruhen. Leider waren Sitzplätze wieder sehr begrenzt. Während der Samstag besonders gut besucht war, brach der Besucherstrom am Sonntag ein. Ob dies am schlechten Wetter gelegen hat, oder weil die Meisten samstags bereits alles gesehen und getestet hatten, bleibt fraglich. Für den Mittelaltermarkt war der anhaltende Regen am Sonntag jedenfalls mit starken Einbußen verbunden. Auch die Bands retteten sich unter Dächer und spielten beinahe vor leeren Bühnen. Für das Wetter kann leider niemand etwas, wir sind aber gespannt, wie sich die Situation der Star-Bereiche und anderen Areas im nächsten Jahr verändern wird.