Das erste Mai-Wochenende stand in diesem Jahr auf Schloss Burg an der Wupper ganz im Zeichen von Harry Potter. Seit zwei Jahren wird in Solingen auf der malerischen Burg die Medieval Fantasy Convention (kurz: MFC) abgehalten. Im August strömen Fans von diversen Filmen und Serien in das Bergische Land und genießen die Atmosphäre, die Nähe zu ihren Stars und das Rahmenprogramm. Im letzten Jahr wurden die Fans mit einer MFC Special Veranstaltung belohnt. Es sollte nach Hogwarts gehen und so wurde die erste MFC Special-62Spezial-Convention mit dem Harry Potter Thema in Angriff genommen. Bereits kurz nachdem Datum und der erste Stargast bekannt gemacht worden war, war das Event ausverkauft. 
Am 5. und 6. Mai war es nun endlich so weit und Schloss Burg wurde in Hogwarts verwandelt. Tatsächlich hatte man den Rittersaal mit schwebenden Kerzen und Flaggen der Hogwarts-Häuser zur Großen Halle umgestaltet. Dort waren die Stargäste versammelt und sorgten bereits vor Einlass für lange Schlangen. Ganz wie vermutet, füllte sich die Burg rasendschnell, weshalb es bereits am Samstag Vormittag zu Einlassstopps in den inneren Burghof kam. Sicherheit geht nunmal vor und so konnten nur kleinere Gruppen in die Burg gelassen werden. Da die meisten Stars häufig ausgeflogen waren, Shootings wahrnahmen, Meet and Greets abhielten oder sich den Fanfragen beim QA stellten, verwunderte der Ansturm etwas. Dennoch bildeten sich den gesamten ersten Tag über lange Schlangen besonders bei Publikumsliebling Evanna Lynch, die in den Harry Potter Filmen Luna Lovegood spielte. Auch vereinzelte Luna-Cosplays waren zu sehen, die besonders am Löwenkopf erkennbar waren, den Luna während eines Quidditchspiels trug. 

Innerhalb der Burg fanden sich neben den Autogramm-Tischen der Stars auch vereinzelte Stände, an denen man Würfel, Bilder oder Häkelwerk erwerben konnte. Ansonsten war der Rundgang der Burg weitestgehend leer, sodass man sich auch die Zeit mit der historischen Ausstellung vertreiben konnte. Cosplayer konnten sich in einer Ecke von eosAndy ablichten lassen, während sich die Massen auch bei den Canvas Warriors aus London türmten, um sich ein Harry Potter-Bettelarmband zusammenzustellen. Auch das Tattoostudio Winkelgasse erfreute sich äußerster Beliebtheit. Jeder, der noch am Samstag rechtzeitig einen Termin bei den Künstlen ergattern konnte, konnte sich an einem der beiden Tage sein persönliches Harry Potter Tattoo stechen lassen. Für all diejenige, die nur sonntags vorbeischauten, hieß das: Pech gehabt, alle Termine sind vergeben. Daher war es am Sonntag im Rundgang auch eher ruhiger, da viele abkürzten und den Abstecher zum Tätowierer vermieden.
Stattdessen wurde bei bestem Wetter am Sonntag auch der innere Burghof dicht gedrängt besucht. Wer bei den skyhunters in nature ein Foto mit einem der tollen Tiere ergattern wollte, musste sich auf Wartezeiten gefasst machen. Zwischenzeitlich wurde es so eng und voll, dass sich die Falkner aufteilten und die Schlangen im Burghof verteilten. An beiden Tagen kam es auf Grund des Andrangs zu Einlassstopps in die Burg. Am Zweiten Tag verteilte sich die Menge allerdings besser, sodass es nicht mehr überfüllt wirkte. Dennoch musste man gegebenenfalls längere Wartezeiten in der prallen Sonne aushalten. Für Leute, die mit ihren Kindern angereist waren, konnte dies zur Geduldsprobe werden, aber zumMFC Special-19 Glück war auch auf dem äußeren Burghof für Unterhaltung gesorgt. Hier fand man die Händler für Speis und Trank, konnte sich ein kühlendes Butterbier (mit und ohne Alkohol) oder etwas zu Essen genehmigen. Ob es der sprechende Hut als Kuchen oder ein normaler Flammkuchen sein sollte, für das leibliche Wohl war gesorgt, auch wenn die Auswahl sehr begrenzt war. Für Belustigung sorgten dann die Spielleute von Dopo Domani, die sich allerdings zwischendurch lautstark Gehör verschaffen mussten. Die Sitzplätze vor der Bühne waren an beiden Tagen beinahe durchgehend besetzt, weil man sich für die QA-Panels einen Platz reservieren wollte. So viele Menschen, wie bei diesen Panels dabei sein wollten, konnte der Burghof nur leider kaum fassen, sodass es zu dichtem Gedränge kam und man bereits ab der dritten Reihe hinter den Sitzreihen nichts mehr sehen konnte. Schade, aber bei einem ausverkauften Event musste damit gerechnet werden. 

Insgesamt bot die Convention wieder viel Abwechslung und unterschied sich nur in ihrem Spezial-Thema von den normalen MFCs. Statt Ritterspiele und Bogenschießen konnte man hier mit den Heidelberger Hellhounds Quidditch spielen und besonders die Deko sprach für das Harry Potter Event. Mit weiteren Details wie einem (vielleicht fliegenden) Ford Anglia, Harry Potter Deko und gespielten Themes nahm das Special Gestalt an. Zwar hätte man sich bei den Stars evtl. noch den ein oder anderen Publikumsliebling gewünscht, doch die “Krum”-Rufe beim QA-Panel am Sonntag für Stanislaw Janewski sprachen dafür, dass auch “Nebendarsteller” im Potter-Universum durchaus beliebt sind. Es war eine schöne Möglichkeit, dem Harry Potter Universum ein Stück näher zu rücken, Einblicke hinter die Dreharbeiten zu gewinnen. Auch bewies das Event, dass der Hype rund um Harry Potter noch längst nicht Geschichte ist. Dies hat nichtmal zwangsläufig etwas mit “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind” zu tun, obwohl auch einige Cosplays aus diesem Film zu sehen waren. Die Vielzahl an Kindern und Erwachsenen beweist, dass das Universum, das J.K. Rowling vor Jahren erschaffen hat, heute noch Generationen zusammen bringt. Menschen, die Mitte bis Ende 20 sind, wuchsen damit auf und auch heutige 11-jährige warten noch sehnsüchtig auf ihren Brief aus Hogwarts. Da war das MFC Special eine tolle Möglichkeit, einmal aus dem Alltag zu entfliehen und in die magische Welt abzutauchen.