Auch 2017 zog es das schwarze Geschwader erneut zum Flugplatz Drispenstedt in Hildesheim. Doch neben schwarz war der Anreisetag vor allem eins: nass! 30 Liter pro Quadratmeter, wenn nicht gar mehr, prasselten auf die Besucher des M’era Luna Festivals 2017 ein. Nicht nur der Aufbau erwies sich als schwer, sondern auch die Anreise, denn die Parkflächen waren nach nur wenigen Stunden nicht mehr benutzbar. Mit Mühe und Not konnten Ersatzparkplätze geschaffen werden. Hierfür wurden eigens Shuttlebusse eingesetzt, um die Besucher doch noch auf den Flugplatz zu bekommen. Im örtlichen M’era Luna Radio hieß es: „Wir konnten alles meistern“, doch dieser Satz löste nur breites Gelächter aus. Denn selbst am Samstag hatten die Fans Probleme das Gelände zu erreichen. Glück im Unglück hatten dagegen die Wohnmobile. Diese durften sich auf die Landebahn stellen, während die Camper zusehen mussten wie sie ihre Sachen auf den Platz bekamen. Gemeistert sieht anders aus. Zumal schon vorher flutartige Regenströme in Hildesheim Einzug hielten. Da kam der Regen an diesem Wochenende natürlich dennoch ziemlich überraschend. Forrest Gump hätte es wahrscheinlich so beschrieben: „Eines Tages fing es an zu regnen und es hörte nicht auf. Wir haben so ziemlich jeden Regen gehabt, den es gibt. Regen mit kleinen prasselnden Tropfen, richtig schönen dicken Tropfen, Regen, der von der Seite kam und manchmal sogar Regen, der von unten nach oben zu kommen schien. Und so ein Mist es regnete sogar nachts.“

Nachdem der Aufbau geschafft war und die ersten Biere die Kehle benetzten, war auch die Festivalstimmung in vollem Gange. Trotz Regen waren die Besucher am Samstag bestens vorbereitet. So sah man am ersten Festivaltag tausende Besucher mit festem Schuhwerk und etliche Regenponchos. Schließlich musste aus der Situation das Beste gemacht werden. Doch als die ersten Bands spielten und die Musik den Gehörgang der Besucher erreichten, konnte der Regen der Stimmung nichts mehr anhaben. Als der Regen dann doch noch wich, trauten sich die ersten Tänzer, auf die Musik rhythmisch ihre Beine zu bewegen. Bereits um 11 Uhr morgens eröffneten Circus of Fools die Main Stage und legten ein abwechslungsreiches Set hin. Kurze Zeit später wurde auch der Hangar mit Leichtmatrose eröffnet. Viele hatten vor dem Wetter hier erst einmal Schutz gesucht, doch bereits zur Unzucht war der Wettergott gnädig. Während im Hangar .com/kill und She Past Away die Lungen und Füße zum Vibrieren brachten, zeigten sich Feuerschwanz von ihrer moralisch verwerflichsten Seite. Passend zum Festival in diesem Jahr ohne Fee, dafür aber mit Bier und Pizza!Faderhead-1
Bei Faderhead im Hangar sollte die Eskalation dann perfekt werden. Harter Elektro war genau das was die Besucher brauchten. Leider schafften es zu viele ruhige Lieder auf die Setlist und deshalb konnten sich die Tänzer nicht mehr warm tanzen. Schade eigentlich. Denn ein wenig harter Sound wäre mehr als willkommen gewesen. Zumal auch auf der Mainstage die ruhigeren Klänge die Oberhand behielten. Jedenfalls blieb es mit Mesh und White Lies eher rockig. So wurde die Menge sanft aufgewärmt und abends versammelten sich die Menschen an der Main Stage, um den klangvollen Melodien Subway To Sallys zu lauschen. Die angenehmen Klänge und die wohltuende Atmosphäre lockte die Menschen vor die Bühne und es wurde ausgelassen gefeiert. So war es auch als ASP die Bühne betraten. Viele Fans freuten sich auf den kommenden Gig und als die ersten Klänge von „Kokon“ ertönten, war es um die Masse geschehen. Jeder einzelne Ton des Songs wurde gefeiert und als der letzte Ton ertönte: Stille und Dunkelheit. Zuerst schien es zum Programm zu gehören, aber nach einer Weile wurde auch dem letzten klar: Stromausfall. Aber die Laune war immer noch bestens und als der Strom wieder da war, wurde gefeiert als hätte die Unterbrechung nie statt gefunden. Doch da war er wieder: der Regen. Bei diesem Platzregen suchten die meisten Besucher Schutz in ihren Camps und wollten nicht schon wieder in nasser Kleidung versinken, denn schließlich musste auch der zweite Festivaltag noch bestritten werden. Wer sich aber dachte „Okay jetzt bin ich nass und damit lebe ich jetzt“ durfte nach ASP, der sein Set nach der Unterbrechung vollständig spielte, noch die volle Ladung Rock genießen. Korn brachten im wahrsten Sinne des Wortes den Flugplatz zum Beben. Der Bass war noch auf den Toiletten im Außenbereich zu spüren. Die harte Party ließ die Fans wieder trocknen und die Musik riss die Masse vollkommen mit. Brachialer Rock war genau das, was die Masse benötigte, um den ersten Festivaltag gebührend ausklingen zu lassen. Durch die Verzögerungen des Stromausfalls, spielte Korn länger, als ursprünglich geplant, aber sie wollten ihre Fans nicht enttäuschen und keinesfalls ein verkürztes Set spielen. Die Veranstalter des Festivals entschuldigten sich bei eventuell gestörten Anwohnern am nächsten Tag und baten um Verständnis. Als Korn schließlich weit nach Mitternacht ihren letzten Song spielten, gingen die meisten zurück zum Zelt, manche besuchten noch den Mittelaltermarkt, um noch zu essen oder zu trinken. Auch wenn die Bühnen still lagen, fand die Party noch lange kein Ende, denn im Discohangar ging es mit diversen DJs noch hoch her. Es wird wohl auch dem Wetter geschuldet sein, dass es auf der Campsite bereits früh in der Nacht sehr ruhig war. Und zum Schluss lagen alle in ihren Bettchen und freuten sich auf den zweiten Festivaltag.

Alle Fotos, die wir am ersten Festivaltag gemacht haben, findet ihr bereits in unserer Galerie (-> hier) oder bei Facebook (-> hier). Schaut gerne auch dort mal vorbei!