Hell Boulevard_Matrix Bochum 2019_Vita Nigra-8Bevor Lord of the Lost die Sommer-Festivals unsicher machen, tourten sie im März und April durch Deutschland, um ihre Thornstar-Tour fortzusetzen. Am 12.04.2019 machten sie hierbei auch Halt in einer der beliebtesten Party- und Konzertlocations des Ruhrgebietes. Die Matrix Bochum beherbergt regelmäßig Szene-Größen für nahezu familiäre Konzertabende und auch Lord of the Lost waren hier schon das eine oder andere Mal zu Besuch. Dieses Mal war die Halle restlos ausverkauft und die ersten Fans warteten schon mehrere Stunden vor Einlass in der Kälte. Der Einlass begann beinahe pünktlich und nachdem man sich durch das Nadelöhr des Eingangsbereiches gequetscht hatte, füllten sich die ersten Reihen vor der Bühne relativ schnell.

Eine Stunde nach Einlass war die “Tube” schon gut besucht, so manch einer trieb sich jedoch noch an der Bar oder dem Merch-Stand herum. Als dann gegen 20.00 Uhr Hell Boulevard die Bühne betrat und mit gepflegtem Gothic Rock und einer ordentlichen Portion Spaß auf die Bühne trat, gab es bereits bei den ersten Anwesenden kein Halten mehr. Mit ihrem neuen Kracher “Satan in Wonderland” rockten sie die Bühne ebenso wie mit dem Britney Spears Cover “…Baby one more time”. Die Band versteht sich also nicht nur darauf, eigene Hits vom Stapel zu lassen, sondern auch alte Pop-Songs in ihren eigenen Stil zu kleiden. Zwar sorgten die ersten Töne des Tracks teilweise für ungläubige Gesichter und Lacher, aber doch konnte beinahe die ganze Halle zumindest den Refrain mitsingen. Bei “Zero fucks given” drehte die Band dann nochmal so richtig auf, kleidete sich mit LED-Licht-Brillen und Hasenohren und lebte die “Leck-mich-am-Arsch”-Einstellung dem Bochumer Publikum vor. Die Liebe durfte natürlich mit “My dead Valentine” und “The Love is dead” auch nicht zu kurz kommen. Mit “Hangover from hell”, den Sänger Matteo dem Publikum für den nächsten Tag wünschte, verabschiedete sich Hell Boulevard und hinterließ ein sichtlich aufgekratztes Publikum.

Nach einer gefühlt endlosen Umbaupause, standen schließlich Lord of the Lost auf der Bühne, zunächst leider ziemlich im Dunkeln. Dafür sprach “Loreley” beinahe für sich und bereitete die Fans darauf vor, was der Abend noch bringen mochte. Mittlerweile war es in der Matrix gewohnt warm und stickig, obwohl die Ventilatoren auf Hochtouren liefen. Hatte man zuvor vor der Halle noch gefroren, war jetzt schwitzen angesagt. Dies tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil. Zu “Full Metal Whore” und “Drag me to hell” wurde ebenso frenetisch gefeiert wie zu den neuen Tracks. Mit “Morgana” und “Voodoo Doll” wurden gleich in der ersten Hälfte des Konzerts Highlights des neuen Albums gespielt. Die Stimmung kochte beinahe über, es wurde mitgesungen und gefeiert als gäbe es keinen Morgen mehr.Lord of the Lost_Matrix Bochum 2019_Vita Nigra-6
Ebenso wie bereits der Support, überzeugten auch Lord of the Lost mit Cover-Songs, die sie in ihrem eigenen Stil gekonnt umgesetzt hatten. In die ellenlange Setliste fügten sich “Everybody” (DJ Bobo) und “It”s a sin” (Pet Shop Boys) nahtlos ein. Ein Zeichen der Wandelbarkeit und eine Hommage an Künstler anderer Genres. Das kam gut beim Bochumer Publikum an! Zum Ende des Abends traf die Band mit “Blood for blood” und “Doomsday Disco” noch einmal den Nerv des Publikums. Mit der abwechslungsreich gestalteten Setliste begeisterten sie sowohl die Fans der ersten Stunde als auch jüngeres Publikum. Im Zuge der Reise durch die Zeit durfte natürlich auch “La Bomba” nicht fehlen. Mit “Lighthouse” verabschiedete man sich aus der Matrix und ließ zur Belustigung aller dann noch “L.O.T.L.” laufen, das der eine oder andere durchaus beinahe textsicher mitgrölen konnte.

Lord of the Lost haben an diesem Abend in der Matrix Bochum gezeigt, dass sie auch nach Jahren noch souveräne Shows auf die Beine stellen, die begeistern, belustigen und die Fangemeinschaft freudig zurücklässt. Ein Manko der Matrix ist zweifelsohne die Enge der “Tube” und die sich anstauende Hitze. Dies konnte aber ab der ersten Minute von Hell Boulevard niemanden davon abhalten, ordentlich zu feiern. Im Anschluss an das Konzert gab es die Möglichkeit, Autogramme zu sammeln, Merchandise zu kaufen und den Abend auf einer der Tanzflächen der Matrix Bochum ausklingen zu lassen. Das Konzert machte auf jeden Fall Lust auf mehr und lässt einen freudig den Festivals entgegenblicken!