hoernerfest_010_by_zouberi-da94qs7Im Herzen Schleswig-Holsteins, zwischen Hamburg und Kiel liegt – umgeben von Wäldern, Feldern und Knicks – ein abgebrannter (und restaurierter) Bauernhof, wo jährlich so manches Festival stattfindet. Eines dieser Festivals ist das Hörnerfest, welches alljährlich Mittelalter- und Metal-Fans aus allen Ländern rund um Deutschland und darüber hinaus anlockt und als kleines aber feines Festival als echter Geheimtipp gelten kann. Begonnen hat das Hörnerfest bereits am Donnerstag, den 30. Juni 2016. Ab 08:00 Uhr Früh wurde Einlass auf die Campsite gewährt, wo man sich nach erfolgreichem Zeltaufbau bereits auf das Festival mit dem ein oder anderen Bier einstimmen oder den Mittelaltermarkt besuchen konnte. Am Abend spielten auch schon die ersten Bands auf der Marktbühne. Eröffnet wurde das Festival von den Rostocker Mittelalter-Rockern In Ora Mundi, welche ein 60-minütiges Akustik-Set zum Besten gaben. Im Anschluss daran konnte man den Klängen der lokalen Band Die Vertriebenen lauschen, welche mit Mittelalter- und Folkmusik sowie Witz den Besuchern den Abend versüßten. Wer dann noch fit genug war, feierte den Beginn des Festivals bis in die frühen Morgenstunden.

Am Freitag war es schließlich so weit. Um 11:30 öffneten sich die Pforten zum Garten und um 12:00 Uhr spielte endlich die erste Band des Festivals auf der Festivalbühne – Freiwächter. Während zu Beginn des Konzertes hauptsächlich müde Gesichter zu sehen waren, konnten die Hamburger Folk-Musiker schnell überzeugen und heizten der Menge mit schnellen, irischen Klängen so richtig ein. Dies war ob des Wetters auch dringend nötig, gab es doch in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder vereinzelte Regenschauer. Zum Ende des Konzertes hatte sich der Platz schon gut mit tanzenden und klatschenden Menschen gefüllt und ein guter Einstig in zwei wundervolle Festivaltage war gelungen. Die Fotos gibt es in der Galerie (-> hier). Weiter ging es nach einer kurzen Pause mit Ganaim, einer Celtic-Folk-Truppe rund um Pinto von Versengold. Die Bremer starteten von der ersten Sekunde kraftvoll durch und konnten die Menge durch schnelles Trommeln und gefühlvolles Geigenspiel mitreißen. Viel zu schnell war auch dieses Konzert vorbei und viele Folk-Fans verließen nun erst einmal den Platz, um sich eine Pause zu gönnen. Die Erinnerungen an den wundervollen Auftritt findet ihr in unserer Galerie (-> hier).hoernerfest_037_by_zouberi-da9lue0

Im Anschluss füllte sich der Platz rasch mit Metalheads, die ungeduldig auf die erste Folk-Metal-Band des Tages, Grimner, warteten. Die Schweden machten ihrem Namen alle Ehre und boten grimmige Blicke und viel Schminke, was die Fans jedoch nicht davon abhalten konnte, schon beim ersten Song bei kräftigen Riffs und schnellen Melodien ihre Köpfe im Takt zu schütteln. Schon bald gab es kein Halten mehr und angestachelt von der guten Stimmung und der schnellen Musik entwickelte sich der erste Moshpit, dem im Laufe des Konzertes weitere folgen sollten. Fotos der Nordmänner findet ihr in der Galerie (-> hier). Als vierte Band des Tages traten Reysswolf, eine Regensburger Mittelalter-Rock-Band rund um Ex-Ingrimm Frontmann Fenris, auf. Zwar herrschte das erste Nachmittagstief und viele Menschen hatten den Platz verlassen, doch konnte die Band trotzdem durch die Mischung aus rauen Riffs und packenden Melodien überzeugen und die verbliebenen Fans durch ihre kurzweilige Show mitreißen. Auch die Bilder dieser Formatio findet ihr in unserer Galerie (-> hier). Rockig und mittelalterlich blieb es auch mit Impius Mundi, welche das erste Mal auf dem Hörnerfest auftreten durften. Sie hatten spaßige Songs im Gepäck und verbreiteten gute Laune. Konnten sie das Publikum anfangs noch nicht ganz mitreißen, geschah dies ob der guten Darbietung im Laufe des Konzertes ganz von alleine und spätestens als der Sänger der niedersächsischen Band selbst ins Publikum ging und mitfeierte, gab es kein Halten mehr. Auch diese Band hat unser Zouberi eingefangen. Ihr findet die Fotos -> hier.

Etwas düsterer ging es bei der nächsten Band – XIV Dark Centuries – zu. Der Platz war schon zu Beginn des Konzertes ordentlich gefüllt und die Thüringer Pagan-Metaller interagierten sehr gut mit dem Publikum und gaben ihr Bestes, um jedem Fan ein steifes Genick am nächsten Tage zu garantieren. Lichtbilder der Musiker gibt es -> hier in der Galerie. Mit Skyforger spielte nun auch schon die letzte Pagan-Metal Band des ersten Tages. Auch wenn die Letten mit einer Verzögerung von gut 15 Minuten starteten, tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch und der bereits volle Platz füllte sich immer mehr. Die Menschen wippten bei den melodischen Stücken mit und schüttelten ihre Haare im Takt der schnelleren Songs. Die Fotos der Letten findet ihr in unserer Galerie (-> hier).

hoernerfest_139_by_zouberi-da9r5ziNach so vielen harten und rockigen Klängen wurde es Zeit, dass der Tag einen ruhigen Abschluss finden mussten. Ungeduldig warteten die Fans daher auf die niederländische Irish-Folk-Formation Rapalje, welche sofort mit kraftvollen Tunes den Abend einleiteten und die Anwesenden zu Polonaisen und sogar Moshpits motivierten. Das mag für Kenner der Band etwas merkwürdig anmuten, aber zum Tagesverlauf und zur Stimmung passte es allemal. Spätestens als der berüchtigte Feuerdudelsack ins Spiel kam, gab es für die tobende Meute kein Halten mehr und viel zu schnell war auch dieses Konzert zu Ende. Alle Bilder gibt es in der Galerie (-> hier). Schließlich fingen die Headliner des ersten Tages – Versengold – vor einer beachtlichen Menge an Fans zu spielen an. Begonnen wurde das Konzert mit einem Intro zu „Zeitlos“, welcher auch zugleich den ersten Song des Sets darstellte. Weiter ging es mit mehreren Klassikern der letzten vier Alben und trotz der späten Uhrzeit wurde getanzt, gefeiert und gesungen. Die Bremer Folk-Musiker konnten ihre Freude über das grandiose Konzert nicht verbergen und spielten einen schnellen Song nach dem anderen. Die einzige Ballade, die es auf die Setlist geschafft hatte, war „Vom Zauber des Wildfräuleins“, welche den Fans eine kurze Verschnaufpause gab. Gänsehaut garantiert! Pünktlich zum Ende des Konzertes ließ es sich der Wettergott nicht nehmen, einen Platzregen herunterzulassen, von dem sich die tanzende Meute jedoch nicht abschrecken ließ und der dafür sorgte, dass keiner am ersten Abend sein Zelt trocken erreichte. Duschen war dann fast überflüssig geworden, aber man freute sich um so mehr auf den zweiten Festivaltag. Die Bilder von Versengold zum Abschluss von Tag 1 gibt es in der Galerie (-> hier).