Feuertanz Festival 2018

 

Das Feuertanz Festival 2018 lockte wie in jedem Jahr zahlreiche Besucher aus Bayern, der Umgebung und der Republik nach Burg Abenberg. Wieder war das Event lange vorher ausverkauft gewesen! Am 22. und 23. Juni öffnete die Burg in dem beschaulichen fränkischen Städtchen nun also ihre Tore, um Fans von Schandmaul, Alestorm und Co. einzulassen. Bereits am Vortag waren viele Gäste bei bestem Wetter angereist und hatten die beiden Campingplätze in Beschlag genommen. Vereinzelt hatte man sich sogar bereits mittwochs einen Platz gesichert, obwohl das Camping erst ab Donnerstag geöffnet/erlaubt gewesen war. So warm und sonnig es beim Zeltaufbauen gewesen war, so kalt war es in der Nacht. Die erste Nacht verbrachten Viele in ihren Zelten frierend. Die Stimmung war aber bereits beim Frühstück ausgezeichnet! 

 

Tag 1 - Freitag, 22.06.2018

 

Am Freitagvormittag zeigten sich die Besucher des Feuertanz Festivals 2018 bereits erstaunlich munter. Zwar hatten einige zuvor die Nacht zum Tag gemacht, doch erwartete man die erste Band auf der Bühne ohnehin nicht vor 13 Uhr. Pünktlich zu Fuchsteufelswild versammelten sich dann auch die ersten Fans an der Burg, um im äußeren Burghof ordentlich zu feiern. Bereits als Richard Hodenherz bei Feuerschwanz oder als Cordoban der Verspielte bei Saltatio Mortis bekannt, legt Frontmann Bastian Brenner bei seiner noch jungen Band den Dudelsack immer öfter zur Seite und greift zum Mikrophon. Sein Allround-Talent bewies er auf dem Feuertanz Festival allerdings trotzdem. Das letzte Album der Combo erschien bereits 2016, doch umso erfreuter sangen die wilden Fans die Songs mit. Man darf gespannt sein, ob da nicht doch bald ein neuer Silberling in den Startlöchern steht. Das Festival auf Burg Abenberg haben sie in diesem Jahr jedenfalls würdig eröffnet.
Beinahe jede Band des Tages wurde von dem Comedy-Duo Pampatut anmoderiert. Die beiden animierten das Publikum, verkündeten Neuigkeiten und leiteten durch das Programm. Die Verwirrung, warum Metusa, Metusa heißt und nicht etwa Medusa, konnten die beiden während ihrer Ansage jedoch nicht auflösen. Das Vollgas-Kommando legte dann auch gleich ordentlich los. Mit fetziger Musik und teils politisch-kritischen Themen rüttelten sie am frühen Nachmittag auch den Letzten auf der Burg wach. Wer sich nicht dazu bringen konnte, das Tanzbein zu schwingen, konnte derweil auf dem Mittelaltermarkt spazieren gehen oder sich das Merchandise der Bands anschauen. Zu fairen Preisen wurde allerlei geboten und so verwundert es wenig, dass die Methändlerin schon früh diverse Sorten nicht mehr anbieten konnte.

Das Publikum tanzte sich warm

Vroudenspil luden zu Seemannsliedern und verrücktem Tanz ein. Das musikalische Angebot wurde dankend angenommen, denn immer wieder wehte ein ordentlich kalter Wind durch den Burghof. Dieser Wind trieb einem ständig Staub in die Augen und anderswohin, den man wohl auch Tage später noch irgendwo finden würde. Kam zwischendurch einmal die Sonne raus, konnte man sich endlich wärmen. Ansonsten musste die Wärme in der Menschenmenge und der ausgelassene Tanz ausreichen. An dicke Pullis hatten tatsächlich nur die wenigsten gedacht. Nach ein paar Met und Bier war das Wetter aber auch egal. Da konnte auch der Regenschauer bei Vroudenspil die Stimmung nicht trüben. Schon bei Letzte Instanz strahlte die Sonne wieder vom Himmel herab. Also hatte der starke Wind doch etwas Gutes: Der Regen wurde einfach weggeweht. Und die Kälte wurde dann bei Songs wie “Maskenball” oder “Wir sind eins” einfach vergessen. Der mittlerweile vollkommen gefüllte Burghof grölte auch das Ärzte-Cover von “Junge” ordentlich mit.
Musikalisch düsterer und rockiger wurde es dann mit Mono Inc., die auch ohne Major Voice ein großes Publikum anzogen. Mit “Arabia” oder auch “Get some sleep” begeisterten sie alteingesessene Fans auf Burg Abenberg, auch wenn die Band aus Hamburg genretechnisch etwas aus der Reihe fiel. Durch ordentliche Gitarrenriffs wurde das Publikum aber bestens für den Headliner des ersten Abends vorbereitet.
Um 22.00 Uhr, zu dem Zeitpunkt, an dem andere Open Air Festivals bereits enden, ging es beim Feuertanz Festival erst richtig los. Alestorm begannen pünktlich und ohne Umschweife. Die Burg erzitterte unter den ersten Klängen von “Keelhauld” und spätestens bei “Mexico” gab es für die Menge kein Halten mehr. Während die Briten die Bühne anständig zerlegten, ließen es sich die Fans nicht nehmen zu neuen und alten Songs ordentliches Crowdsurfing zu betreiben. Wer da nicht mitmachen wollte, landete unweigerlich im Moshpit, in den sich der äußere Burghof verwandelt hatte. Etwas ruhiger wurde es dann ab Mitternacht in der Burg mit Schelmish. Nachdem sich die Band 2012 getrennt hatte und zwischenzeitlich mit einem anderen Projekt nur mäßig Erfolg hatte, wurden sie nun gefeiert. Die Schlange in die Burg endete nicht mal dann, als die Band bereits spielte. Gefühlt alle wollten sie sehen!

Wer nicht ins Innere der Burg kam oder wer sich auf den nächsten Tag vorbereiten wollte, begab sich schnell zum Zeltplatz zurück. Dort gab es vereinzelt weitere Partys mit lauter Musik, diversen Getränken und netten Gesprächen. Dementsprechend unausgeschlafen begann der nächste Morgen. 

 

 

Tag 2 - Samstag, 23.06.2018

Der zweite Tag des Feuertanz Festivals 2018 begann mit ähnlichem Wetter wie der erste Tag aufgehört hatte. Wenige Wolken am Himmel und Sonnenschein versprachen einen schönen Tag und auch der Wetterdienst meldete, dass es trocken bleiben sollte. Kurioserweise war dies wohl eine der wenigen Situationen, bei der man im Zelt noch etwas liegen blieb, als die Sonne herauskam, weil es endlich warm wurde. Von Sommeranfang war zumindest in den Nächten nur wenig zu spüren.
Um so schöner wurde das Wetter, als die norwegische Band Bergtatt die Bühne betrat. Mit barfüßiger Sängerin und außerordentlich lockigem Drehleierspieler präsentierte die Band wenige eigene Lieder. Dafür aber einige Interpretationen gut bekannter Lieder und Traditionals, die sie musikalisch ausgereift und auf norwegischer Sprache spielten. Ein toller Auftakt für diesen zweiten Festivaltag! Gut vorgewärmt begrüßten die Besucher nach einem ersten Kaffee oder Tee an der Bude im Burghof die zweite Band. Mr. Irish Bastard legten mit irischem Folk-Punk los und vertrieben auch die letzte Müdigkeit aus den Knochen der Fans. Zu Songs wie “I hope they sell Beer in Hell” kam es zu den ersten Moshpits des Tages und der Platz vor der Bühne war bereits gut gefüllt. Nun hatte man den tatsächlichen Beweis vor Augen, dass das Feuertanz Festival auch 2018 wieder ausverkauft war.

Vom karibischen Meer aus in neue Gefilde

Nach einer umfangreichen Umbaupause betraten erneut Pampatut die Bühne. Zwar moderierten sie auch den zweiten Tag mit ihrem ganz eigenen Charme, doch hatten sie nun auch einen eigenen kurzen Slot, um ihre Kunst zu präsentieren. Mit vielen platten Witzen und sinnlosem Gelaber sorgten sie für Gelächter und Tränen in den Augen. Dadurch schafften sie in ihrer ganzen Zeit auch nur zwei oder drei Songs, aber konnten sie das starre Programm durchaus auflockern.
Locker und wild wurde es dann im Anschluss auch mit The Dolmen, die seit 2016 kein neues Album mehr aufgenommen haben. Mit um so mehr Elan und frischgefärbten Haaren heizten sie dem Feuertanz Festival ein. Zwar war ihr fundierter Celtic-Folk-Rock nicht für jeden etwas und zwischendurch gab es dann leider doch einen kleinen Regenschauer, aber den Spaß konnte man ihren Fans und den Musikern selbst nicht nehmen. Noch größerer Beliebtheit erfreuten sich  jedoch Mr. Hurley und die Pulveraffen, die seit dem Frühjahr kein Trio mehr sind. Schwester Pegleg Peggy ergänzt die drei Piraten aus dem karibischen Osnabrück nun am Bass und im Vergleich zum MPS Dortmund zeigte sie sich selbstbewusster und äußerst souverän. Titel wie “Tortuga” und “Gib dem Affen Zucker” durften in dem Set natürlich nicht fehlen. Merkwürdigerweise und zum Ärger mancher Fans, nahmen einige Besucher den Auftritt zum Anlass, das Crowdsurfing zu wiederholen. Ob das zum Piratenfolk passt, sei mal dahingestellt.

Nach den Pulveraffen beruhigte sich die Meute wieder und der Burghof füllte sich weiter. Die neuformierte Band Bannkreis stand im Begriff, ihren ersten Festival Auftritt zu bestreiten. Mit ihrem Debüt-Album “Sakrament” konnten sie bereits überzeugen, auch wenn viele Subway to Sally-Fans sehr hart mit dem neuen Projekt von Eric Fish ins Gericht gegangen waren. Live machten die erfahrenen Musiker auch mit den sanften Folksongs eine gute Figur. Um allerdings das gesamte Set zu füllen, bediente sich die Gruppe an Delva-Tracks und altbekannten Songs. “Sweet Dreams” (Eurythmics) klang zu Beginn zwar toll und der Chor des Feuertanzes war phantastisch, aber um das Lied zu verlängern, eine deutsche Übersetzung einzubauen, war nicht so richtig gut. Die eigenen Songs wirkten da viel besser und durchaus souverän.
Nach über einer Stunde machte Bannkreis der letzten Band des Festivals Platz. Schandmaul betraten pünktlich um 22 Uhr die Bühne, alle Musiker in dunkelblaues Licht getaucht. Mit ihrer eigenen Drehleier bewaffnet, konnte Ally die Band nun komplett unterstützen und für den Abend Anna Katharina würdig ersetzen. Der Burghof war zu dieser späten Stunde zum bersten gefüllt, die Treppen waren ausnahmslos besetzt und von hinten oder der Seite konnte man als kleiner Mensch die Bühne nicht mehr sehen. Um so intensiver wirkte dann der Gesang oder der Anblick der leuchtenden Handys, die in Ermangelung an Feuerzeugen gezückt wurden. Auf dem Weg zur Burg hoch tanzten Paare, während andere Menschen die Musik dort sitzend genossen. Mit Songs wie “Walpurgisnacht” und “Drachentöter” eroberten die Headliner des Festivals die Herzen des Publikums. Das namentlich passende Lied “Feuertanz” durfte natürlich auch nicht fehlen und mit “Dein Anblick” ging ein wundervoller Auftritt zu Ende.

Wer dann noch nicht genug hatte, konnte ab 24 Uhr in der Burg den Klängen von The Sandsacks lauschen. Viele traten jedoch erschöpft und glücklich den Weg zum Camp oder nach Hause an.

Fazit

Das Feuertanz Festival hat es auch im Jahr 2018 wieder geschafft! Nicht nur war das Open Air erneut ausverkauft, auch gaben sich ausdrucksstarke und beliebte Bands die Klinke in die Hand. Ob neue oder alte Projekte, ob junge oder alte Musiker: auf der Bühne war stets gute Laune und Kraft zu spüren, während davor ordentlich getanzt und gefeiert wurde. Der Mittelaltermarkt und der Merchbereich wirkte zwischendurch regelrecht geplündert und das Essen war auch nicht von schlechten Eltern. Die Stimmung war ausgelassen und das Wetter konnte sich dann insgesamt sehen lassen, war der zweite Tag doch recht warm. Der Staub auf dem Gelände blieb allerdings noch tagelang überall erhalten, auch wenn am Samstag die Feuerwehr das Gelände mittags bewässert hatte.

Das Camping war sehr angenehm, doch sollte man evtl. in Erwägung ziehen, den Mitcampern ein wenig mehr Platz zuzugestehen. Teilweise waren die Zelte sehr weit auseinander aufgebaut, sodass regelrecht Wohnsiedlungen enstanden waren und zwischendrin trotzdem niemand mehr Platz fand. Auch ärgerlich war, dass es im Duschcontainer auf der unteren Campingfläche am Freitagmorgen nur kaltes Wasser gab. Dann war man zwar wach, aber komfortabel war dies nicht. Auch waren die Duschzeiten recht knapp bemessen. Bei anderen Festivals gibt es mehr duschen, die rund um die Uhr geöffnet haben. Vielleicht hätte man die Duschen auch abends nochmal öffnen können, damit man sich vor dem schlafen gehen den Staub vom Tag hätte abwaschen können.
Alles in allem war aber sowohl das Camping als auch das Festival selbst sehr gelungen und wir freuen uns bereits auf das nächste Jahr, wenn Burg Abenberg wieder zu Musik und Tanz einlädt!