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Das Festival-Mediaval auf dem Goldberg in Selb geht 2019 in die zwölfte Runde. Auch nach den beiden Jubiläumsfestivals hagelt es wieder Besonderheiten beim größten Mittelalterfestival Europas. Unter dem Motto „New steps“ wird beim diesjährigen Line-Up einmal ordentlich neu durchgemischt, doch dazu später mehr. Zunächst einmal die Eckdaten: Das Festival findet wie immer auf dem Selber Goldberg statt, diesmal ohne kleines Schwesterfestival und wieder „nur“ mit drei Tagen Programm. Los geht es am Freitag, den 6. September, und enden wird die Musikveranstaltung erst am Sonntagabend, den 8. September 2019. Headliner sind diesmal Heilung und Eluveitie, doch auch am Rahmenprogramm abseits der großen Bühnen wurde kräftig gefeilt.

Die neuen Schritte beim F-M XII dienen nicht nur der eigenen Neuerfindung, grundsätzlich besagt der Plan, 2019 spielt in Selb keine der dort etablierten Bands, also eigentlich überhaupt keine, die das Festival schon einmal bespielt hat. Ja, es gibt also einmal kein Omnia-Konzert. Das bedeutet allerdings nicht, dass auf dem Goldberg keine bekannten Gesichter auftauchen könnten. Jedenfalls verspricht das neue Line-Up viele Neuentdeckungen, Gruppen, von denen man hierzulande bisher noch kaum etwas vernommen hat und ein paar Szene-Bekanntheiten, wo man sich fast fragen muss, wie diese es bisher schaffen konnten, an Selb vorbei zu schlittern.

Um nicht länger auf die Folter zu spannen: Am Freitag sind auf den beiden großen Bühnen sechs Bands eingeplant; den Beginn gleich nach der Festival-Eröffnung machen dabei die Österreicher Narrengold. Weiter geht es mit Skrömta aus Schweden, Selfish Murphy aus Irland, den Schweizern von Koenix und dem recht bekannten Ensemble der Red Hot Chilli Pipers aus – wie könnte es anders sein – Schottland. Übrigens, wer mit Dudelsäcken nicht so viel anfangen kann, dem sei das Ye Banished Privateers-Konzert zur gleichen Zeit in der Goldbergbucht ans Herz gelegt und das bei freiem Eintritt! Den Schluss am ersten Tag begehen dann Thundercrow mit ihrem einzigen Konzert 2019 auf der ganzen Welt.

Am Ferstivalsamstag gibt es nach zwei Jahren Pause endlich wieder die Spielleute-Awards um den goldenen Zwerg. Die Gossenpoeten, Delva und Kupfergold dürfen sich hier freundschaftlich um den kleinen Goldmann streiten. Zu Mittag legen allerdings auch schon Irregang auf der Hauptbühne los, gefolgt von Barbar ‘o’ Rum aus Frankreich auf der Burgbühne und dann geht es im beinahe fliegenden Wechsel so weiter. Tir Nan Og, Weibsvolk, Elane, Oro, Celtica – hier wird gleich im Anschluss an das Konzert der erste Award verliehen – und schon beginnen etwas weiter unten Leaves’ Eyes zu spielen, danach sind endlich Heilung an der Reihe. Für sicherlich viele ein absolutes Festival-Highlight. Danach gibt es noch die übliche große Feuershow mit Die Flugträumer und weiteren Artisten.

Der Sonntag beginnt wie üblich viel zu früh für die meisten. Wer jedoch auch beim Mittelalterrock-Award ein Wörtchen mitreden möchte, wird nicht umhinkommen, früh aufzustehen. Um 10:30 Uhr beginnen hier schon Deus Vult, gefolgt Viscum und den Kapeiken. Die Hauptbühnen starten eine Stunde später mit Canzonetta Tedesca durch, danach erheitern die Liederknechte. Etwas nachdenklicher wird es dann beim einzigen Deutschland-Konzert der Tschechen von Bran, welche voriges Jahr schon beim Festival-Mediaval CZ begeistern konnten. The Aberlour’s und die Danceperados of Ireland machen dann wieder fröhlich weiter, dann wird auch der Rock-Award feierlich auf der Schlossbühne verliehen. Kroke aus Polen – welche im übrigen auch 2018 in der Tschechei gespielt haben – folgen sogleich und den fulminanten Abschluss dürfen dann Eluveitie liefern. Metalheads müssen sich also bis ganz zum Schluss noch Energien zum Headbangen aufbewahren.

Natürlich strotzt auch das Rahmenprogramm nur so von kleinen und großen Höhepunkten, da ist dieses Mal vom Gottesdienst bis zur Late-Night-Zeltdisco alles dabei. In der Goldbergbucht gibt es nicht nur gute Cocktails und frisches Essen, dort finden auch regelmäßig Raubvogelshows statt, sowie Konzerte, Waffenshauen, Ablasspredigten und generell alles, was man hinter dem Zaun gar nicht mehr unterbringen konnte. Unter Tags präsentieren sich auf der Theaterbühne nicht nur die Award-Bands, dort finden auch Kleinkünstler ihr Publikum, die Gewandungsprämierung und eine öffentliche Gerichtsverhandlung. Auf dem Markt gibt es wie sonst auch zwei kleine Bereiche für Gaukelei, Akrobatik und Schaukämpfe, während man sich in der Arena in Ruhe dem Living-Chess widmen kann. Das Literaturzelt konzentriert sich dieses Jahr vor allem auf Belletristik; im Zelt der Begegnung finden Gebete, kleine Gottesdienste und Trommelkreise statt – wieder einmal ein neues Experiment des Veranstalters.

Abgesehen vom äußerst umfangreichen Programm darf in Selb natürlich auch wieder gecampt werden. Das Campinggelände am Fuße des Goldbergs dürfte 2019 endlich wieder etwas größer ausfallen als in den Vorjahren. Allerdings hängt dies vermutlich noch von Reservierungen und vom Vorverkauf im allgemeinen ab. Apropos Vorverkauf: Campingtickets gibt es diesmal nur vor Ort zu erwerben; direkt am Campinghäuschen kann man diese bei der Ankunft um 15,00 Euro kaufen.

Die Festivalkarten und Tagespässe kann man selbstverständlich auch online ergattern, diese sind im VVK auch wesentlich günstiger, z.B. kostet ein 3-Tage-Ticket online 95,00 Euro (ohne Gebühren) und direkt an der Festivalkasse dann schon 114,00 Euro. Also, zuschlagen! Alle Infos zu Tickets, Camping und natürlich auch dem Festival und Gelände im Allgemeinen findet man auf der offiziellen Website, www.festival-mediaval.com.