Der vergangene Montag stand in Köln ganz im Zeichen des Metal. Power Metal, um ganz genau zu sein. Die sechs Musiker von Dragonforce hatten auf Twilight Force - Essigfabrik - Kölnihrer Europatour auch den ein oder anderen Halt in Deutschland eingeplant. Mit ihrem neuen Album „Reaching into Infinity„, das im Mai erschienen ist, wollten sie nun auch die deutschsprachige Fangemeinde live überzeugen. Die Essigfabrik in Köln Deutz öffnete am 23.10.2017 pünktlich ihre Pforte, um die bereits wartenden Fans einzulassen. Hatte man den Security-Check passiert, war der Weg zur Bühne, zur Bar oder zum Merchandise-Stand nicht mehr weit. Wer allerdings einen guten Platz ergattern wollte, musste sich beeilen, denn der Besucherstrom schien kaum abzuebben.
Mehr oder weniger Pünktlich kamen dann gegen 20.00 Uhr auch schon die Supporter von Twilight Force auf die Bühne. Die Halle hatte sich sichtlich gefüllt und so wurden die Power Metaller aus Schweden mit lautem Applaus begrüßt. Man war gespannt, welche Songs sie performen werden würden, da sie erst auf zwei Alben in ihrer Bandgeschichte zurückblicken können. Mit „Battle of Arcane Might“ legten sie dann ordentlich vor und versprachen geradezu das Motto des Abends. Es würde mächtig werden! Ganz so, wie es beide Bandnamen ohnehin schon vermuten ließen. Mit „To the Stars“ und „Riders of the Dawn“ konnten sie dann auch einige Skeptiker von sich überzeugen. Da die Band seit diesem Jahr keinen festen Sänger mehr an Bord hat, wurden die Songs von Tommy Johansson live dargeboten, der voll und ganz sein Potential zeigen konnte. Bevor „Gates of Glory“ begann, kam dem Publikum ein Mini-Solo zu Ohren, dicht gefolgt von Liebesbekundungen durch Handzeichen der Band. Dass auch Twilight Force an diesem Abend Fans mitgebracht hatte, zeigte sich unter anderem daran, dass in der ersten Reihe einige Menschen mit aufblasbaren Twilight Force Schwertern standen und sich spaßeshalber duellierten. Auf der Bühne wurde sich derweil ein Shouting-Battle zwischen Johansson und Keyboarder Blackwald geliefert. Leider mussten sich die Schweden bereits mit „The Power of the Ancient Force“, ihrem siebten Song an dem Abend, von Köln verabschieden. Sie hinterließen allerdings einen bleibenden Eindruck und so bleibt zu hoffen, dass sie nochmal in die Domstadt zurückkehren.

Nach einer Umbaupause wagten sich dann auch endlich Dragonforce auf die Bühne, die brachial und ebenso mächtig mit „Ashes of the Dawn“ ihr Set begannen. Anhand der Titelwahl könnte man beinahe meinen, die beiden Bands hätten sich thematisch abgestimmt, aber die super zueinander passenden Titel waren wohl vielleicht doch eher Zufall. Das aufgeheizte Publikum kannte bereits ab Song 2 „Operation Ground and Pound“ kein Halten mehr. Zudem war die Halle so voll, wie man es in der Essigfabrik nicht zwangsläufig gewohnt ist. Kein Blatt Papier hätte zwischen die feiernden und headbangenden Fans gepasst und schon bald tropfte buchstäblich der Schweiß von der Decke. Zwischendurch unterbrach Sänger Marc Hudson, der seit 2011 bei Dragonforce am Mikro steht, die Show, um ein paar Worte an das Publikum zu richten. So fragte er beispielsweise, wie viele denn das neue Album bereits hätten und er schätzte die Resonanz auf etwa 80 Prozent. Das war vielleicht etwas hochgegriffen, aber wenn man sich zum Merch durchschlagen konnte, hatte man ja zum Glück die Möglichkeit, das neue Album schnell noch zu erwerben.
Nach „Fury of the Storm“, einem etwas älteren Stück, das niemals aus der Setliste verbannt wird, legte sich der Sturm in der EDragonforce - Essigfabrik - Kölnssigfabrik ein wenig und ließ Luft für ein Gitarren- und Drumsolo. Hierbei wurden beispielsweise bekannte Melodien aus Super Mario oder Street Fighter verarbeitet, was zu teils belustigten und teils begeisterten Gesichtern in der Halle führte. Die Briten führten mit Charme und Witz durch ihr Programm, da war ein solches Solo wirklich sehr passend. Was das Publikum allerdings noch nicht wusste war, dass das Solo eine Zäsur des Abends bedeutete, denn die Setliste war bereits zur Hälfte gespielt. Es folgten „Heart of a Dragon“ und weitere Songs, die mitgegrölt oder genossen wurden. Ein Vergleich mit Paris, und dass das Kölner Publikum ja auch recht laut sei, führte zu einigen Buh-Rufen aus dem Publikum. Ob hier die Deutsch-Französische „Feindschaft“ griff oder schlichtweg der Alkoholpegel Schuld daran war bleibt ungewiss. Beim elften Song „Valley of the Damned“ wurden die Buh-Rufe dann nochmal laut, weil der letzte Song des Abends angekündigt wurde. Natürlich ließ es sich Dragonforce aber nicht nehmen, für eine kurze Zugabe nochmal zurück zu kommen. So wurde das Konzert mit „Three Hammers“ und „Through the Fire and Flames“ schließlich beendet und die elektrisierten Fans in die Nacht entlassen. Mit ordentlich Wumms, Witz und einer souveränen Show überzeugten beide Bands am Abend. An so einen Montag könnte man sich beinahe gewöhnen.