AsylumPyre_20190601_VitaNigra-1Ihre Werke sind Legenden, ihre Rückkehr war eine Auferstehung.

19 Jahre nach ihrem letzten Live-Auftritt kehrten Demons and Wizards 2019 auf die Bretter, die die Welt bedeuten zurück. Natürlich durfte auch ein Auftritt im Schweizer Metaltempel Z7 nicht fehlen. Am ersten Juni 2019 war es soweit und die Fans pilgerten nach Pratteln. Für wahrscheinlich die meisten Anwesenden ein unbeschriebenes Blatt, eröffneten Asylum Pyre aus Frankreich den Abend. Die Female Fronted Melodic Metaller starteten etwas verhalten. Sängerin Ombeline schien beim ersten Song noch nicht ganz präsent zu sein, fing sich aber schnell und legte dann so richtig los. Schnell hatten die Franzosen das Publikum im Griff und dürften auch einige neue Fans gewonnen haben. Die Energie der fünf, vor allem aber von Fronterin Ombeline übertrug sich schnell auf die Anwesenden und dies zu Recht. Schnelle Drums, harte Riffs und eine Sängerin, die unermüdlich umherwirbelte brachten die Halle zum Beben und die Meute zum Kochen. Es bleibt zu hoffen, dass Asylum Pyre sich künftig öfters in deutsche oder schweizerische Gefilde wagen.

Während der Umbaupause stieg die Spannung in der Halle fast ins Unerträgliche. 19 Jahre – 228 Monate – 83’220 Tage (plus/minus) sind eine lange Zeit und dennoch waren die letzten Minuten Warten fast noch Schlimmer. Dann begannen die ersten Takte und die Anspannung entlud sich mit einem fühlbaren Knall. Das lange Warten auf Demons & Wizards hatte sich definitiv gelohnt. Für den musikalischen Hintergrund haben die beiden Initianzen Jon Schaffer und Hansi Kürsch Musiker aus ihren eigenen Bands Iced Earth und Blind Guardian mitgebracht. Eine Entscheidung, die sich als absolut richtig erweisen sollte. Es war Demons & Wizards nicht anzumerken, dass sie fast 2 Dekaden lang nicht mehr zusammen getourt hatten. Im Gegenteil herrschte auf der Bühne eine Energie, die man normalerweise nur bei sehr miteinander vertrauten Bands spürt. Die Fans dankten dies mit lautem Mitsingen, hochgereckten Pommesgabeln und kräftigem Applaus. Band und Metalheads hatten sichtlich Spaß miteinander und auch die Fotografen im Graben rockten kräftig mit.

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Auch bei der Setlist bewiesen Jon und Hansi ein gutes Händchen. Textsicher sangen die Fans bei “Rites of Passages”, dem ersten Song des Abends mit. Weiter ging es mit Hits wie “Crimson King” oder “Wicked Witch”. Als “The Gunslinger” angekündigt wurden, brach das Publikum in wahre Begeisterungsstürme aus. Auch Stücke von Blind Guardian oder Iced Earth durften natürlich nicht fehlen und so bejubelten die Fans “Welcome to Dying” und “Valhalle” ebenso wie “Burning Times” und “I Died for You”.

Daneben durfte auch Witz und Charme nicht zu kurz kommen und so erzählten die beiden Masterminds, wie sehr es sie erstaune, doch so viele Fans zu haben. Sie würden sich noch an ihren letzten Auftritt im Z7 erinnern und wie schlecht sie damals doch gewesen seien. Dies sorgte sowohl für Gelächter als auch für Proteste bei den Fans in der Halle. So schlecht dürfte der Auftritt damals also doch nicht gewesen sein. Mit “My Last Sunrise” verabschiedeten sich Demons and Wizards von ihren Fans. Doch so leicht kamen sie natürlich nicht davon und wurden frenetisch um Zugaben gebeten. Mit spürbarer Freude kehrten die Musiker nochmals zurück, um “Blood on My Hands” zum Besten zu geben. Als allerletzten Song des Abends präsentierten sie nochmals einen richtigen Publikumsliebling. “Fiddler on the Green” war denn auch ein würdiger Abschied für einen großartigen Abend.

Demons and Wizards touren noch bis im Herbst quer durch Europa und Amerika. Lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen. Wer weiß, wann sich wieder eine Möglichkeit bietet. Immerhin drohten Jon und Hansi, bis zur nächsten Tour würden dieses Mal sogar 20 Jahre vergehen.