Am 31. Mai 2019 öffnete die Burg Parsberg wieder ihre Pforten für einen rockigen Konzertabend mit vielen tollen Bands. Auch wenn das Mittelalterfest Spactaculum Nordgavia erst am 1. und 2. Juni stattfand, konnten die Konzertbesucher schon einen Tag davor durch den Mittelaltermarkt und das Lagerleben schlendern und das unerwartet schöne Wetter genießen. Bereits um 17 Uhr begann der Einlass zu diesem Spektakel, so hatte man noch die Gelegenheit das wunderschöne Ambiente der Burg Parsberg zu bewundern.

Den Anfang machte wie schon im letzten Jahr der Narr und Moderator Jolandolo vom Birkenschwamm, der dieses Jahr sogar mit Erbsen jonglieren konnte und damit das Publikum begeisterte. Ab 18 Uhr begannen dann Fuchsteufelswild mit ihrem Konzert, bei dem sie auch einige Lieder ihres neuen Albums vorstellten. Außerdem hatten sie auch ein neues Gesicht mit dabei, welches manchen eingeschweißten Fuchsteufelswild-Fans schon bekannt vorgekommen sein könnte, da sich die Band die ehemalige Sängerin und Querflötenspielerin Simone, die bereits von 2014 bis 2016 Teil der Band war, zurückgeholt hat und nun mit mehr Elan als je zuvor bei der Sache ist. Mit Geige, Bass, Schlagzeug, Gitarre, Flöten und Dudelsack heizte die Deutschfolk-Band den Besuchern bereits zu Beginn sehr ein und trotz des warmen Wetters gab es einige mutige Besucher, die vor der Bühne tanzten und zu den altbekannten Liedern mitsangen.

Ab 19:15 Uhr schaffte es die Irish-Folk-Band The O‘Reillys & the Paddyhats das Publikum für eine Stunde nach Irland zu entführen. Dies begann bereits damit, dass sie den Klassiker „The Blood Of Cu Chulainn“ als Einspieler verwendeten und mit irischen Flaggen die Bühne betraten. Die Stimmung im Publikum war sofort famos und die Band aus dem Ruhrpott schaffte es mit ihren großartigen Publikumsanimationskünsten und den verschiedensten Kostümen, wie das eines Piraten oder eines Zirkusdirektors, die Besucher des Konzerts zum ausgelassenen Tanzen und sogar einem Publikumschor zu animieren. Mit Geige, Schlagzeug, Bass und Banjo schaffte es die Folkband, eine unvergessliche Stunde zu bescheren, was man auch dem Publikum anmerkte, da die Schals, die die Band im Verlauf des Konzerts in die Menge warf, sogar bei dem heißen Wetter den ganzen Abend lang getragen wurden.

Von 20:45 bis 22:00 Uhr riss dann die „Gossenfolk“- Band Knasterbart mit einer kreativen und unterhaltsamen Mischung aus Spielfreude, Wortwitz, Tanzwut und historisch angelehnten Kostümierungen das Publikum mit. Sie gaben sowohl bekannte „Gossenhauer“ wie „Sauf mich schön“ oder „Mein Stammbaum ist ein Kreis“, als auch bisher zumindest noch auf keiner CD veröffentlichte Songs wie, beispielsweise „Ringelpiez am Kiez“ zum Besten. Bei letzterem konnten sie das Publikum sogar zu einem einfachen Tanz animieren und auch sonst schaffte die Band es immer, ungeahnte gesangliche Kräfte aus dem Publikum herauszuholen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Knasterbart-Fans schon bald auf eine neue CD der Gruppe freuen können. Mit Geige, Schlagzeug, Bass, Gitarre und einem angeblichen Spinett, das wohl eher ein E-Piano war, konnten sie das Publikum mit schnellen Rhythmen zum ausgelassenen Tanzen und Feiern anregen, was nun dank dem Sonnenuntergang auch allen leichter viel, da es nicht mehr ganz so heiß war.

Das Beste kommt zum Schluss und so auch auf dem Rock-Spectaculum. Der Headliner Subway to Sally begeisterte das Publikum ab 22:30 Uhr mit harter Rock- und Metalmusik, angereichert mit Instrumenten wie Dudelsack, Drehleier, Laute, Schalmei, Geige oder Flöte. Nun war auch das ganze Konzertgelände endgültig voll, da sich diese bekannte und beliebte Mittelalterrock-Band niemand entgehen lassen wollte. Zu Beginn traten Eric Fish und seine Band in ungewohnt glitzernden Outfits und Perücken auf, wie in dem Musikvideo zu „Messias“ aus ihrem neuen Album „Hey“ bereits zu sehen, was sich allerdings im Laufe des Konzerts wieder zu den altbekannten Bühnenoutfits der Band änderte. Subway to Sally riss sein Publikum sowohl mit altbekannten und geliebten Liedern wie „Eisblume“ oder „Falscher Heiland“, aber auch mit neuen Stücken, wie „Die Engel steigen auf“ oder „Imperator Rex Graecorum“ aus dem neuen Album „Hey!“ mit, in welches man als Subway to Sally-Fan unbedingt einmal hineinhören sollte, falls man das nicht schon längst getan hat. Wie von ihnen gewohnt, lieferte die Formation um Eric Fish eine atemberaubende und legendäre Live-Show ab, riss das Publikum sofort mit und animierte es sowohl zum Mitsingen, als auch zum ausgelassenen Tanzen und feiern. Falls man dieses Spektakel verpasst haben sollte, bieten sich dieses Jahr noch einige Gelegenheiten an, sich diese tolle Band auf anderen Festivals anzusehen.

Man dachte Subway to Sally wäre der perfekte Abschluss für ein solch gelungenes Konzert-Spectaculum, aber es ging danach sogar noch mit einer Aftershow-Party im Burgkeller weiter. Alles in Allem war Das Spectaculum rockt! ein vollkommen gelungener Auftakt in die Festivalsaison mit einem wirklich begeisternden Line-Up und ausgelassener Partystimmung.