Seit 2015 fährt Captain Cooper nun schon mit der Crew der Cat o’ nine zur See. Seit dem 01.03.2019 ist der Sänger und seine Mannschaft nicht mehr nur live zu erleben. Mit ihrem Debut-Album nehmen sie euch “Weit hinaus” und bringen das Piraten-Feeling auch in das heimische Wohnzimmer. Nach ein paar kleinen Umstrukturierungen der Crew war es längst an der Zeit, dass sich die junge Band mit ihrem Piraten-Folk auch auf einem Silberling verewigt.

Die Crew stellt sich vor

Zu Beginn des Albums steht das “Intro”, das mit Möwengeschrei und Wellenrauschen an Bord der Piratencrew bittet. Diese stellt sich in “Cat o’ nine” auch direkt vor. Mit passendem Peitschenknallen und beschwingter Melodie reißt die Truppe einen direkt mit. Eingängige Percussion verleitet zum mitwippen und der Refrain lässt sich instinktiv bereits beim ersten Mal gleich mitsingen. In den mehrstimmigen “Hey-ho”-Gesang kann ein jeder sofort einstimmen und Teil der Crew werden.
Wer einmal Teil des Schiffs geworden ist, muss mit dem leicht wahnsinnig anmutenden Captain Cooper zurecht kommen. In “Ich bin der Captain” erzählt er nicht nur von seinen Abenteuern, er wird auch von der Crew der Aera Hard und dessen Kapitän begleitet. Während die Percussions und die Musik eher in den Hintergrund rückt, ist die Stimme des Captains klar zu hören, denn ihm und seinen Geschichten will man schließlich lauschen. Zwischendurch verschafft sich die Crew Gehör und die Melodie bleibt stets rhythmisch. Zum klatschen animiert geht folgend tragisch der erste “Mann über Bord”. Geigenklänge und Gitarrenanschläge wirken im Intro des Songs dementsprechend melancholisch und auch die Stimme des Captains erklingt tief und schwer. Ist der Song zwar vergleichsweise eher sanft, verleitet der mehrstimmige Gesang dann doch zum Mitsingen.

Weit hinaus in fremde Gefilde

Mit dem Cover von “Sancho says” (Punch`n`Judy) zeigt die Band, dass sich Songs, die den Captain und Sänger bereits seit Jahren begleiten, auch in neuen Klangwelten wunderbar inszenieren lassen. Zudem beweist Cat o’ nine, dass sich ihre Musik auch mit anderen Sprachen als Deutsch kombinieren lässt. Wird “Sancho” in Englisch gesungen, zeigt die Crew mit “La lumiere” auf melancholisch, düstere Art und Weise, dass sie sich auch in französischen Gewässern bewegen können. Zwischenzeitlich wird es mit “Gracias, Vida” rein instrumental. Mit Westerngitarre, Congas und Geige wird eine beinahe nachdenkliche Stimmung erzeugt, während sich der Captain eine Gesangspause gönnt.
Auf den Abstecher nach Frankreich folgt schließlich auch der Titeltrack “Weit, weit hinaus”, der zunächst beinahe bedrohlich klingt, um dann um so beschwingter fortgeführt zu werden. Hier nimmt euch die Crew mit auf die Reise über die Meere, die Sehnsucht nach Freiheit zu stillen. Auch hier reißt einen der Schwung des Songs und besonders der Refrain mit. Als stünde man auf Deck und könne die Gischt im Gesicht spüren. Spätestens bei “Tosendes Meer” ist das definitiv der Fall, auch wenn es musikalisch und textlich wieder etwas düster und bedrohlich wird. Wer zur See fahren will, muss eben hart im Nehmen sein. Wenn der Sturm aufzieht, steht die Crew wie ein Mann an Deck. Der Titel mutet fast schon heroisch an und zeugt von den Gefahren der Piraterie.

“Wütender Sturm” beginnt dann schließlich so ruhig und sanft, dass man eher von der Ruhe vor dem Sturm sprechen könnte. Dieser zieht textlich und musikalisch nur unterschwellig auf und es wird klar, dass es sich nicht zwangsläufig um die Naturgewalt handelt. Der Titel weckt den Tatendrang, den Wunsch nach Fortschritt und Wegfahrt, der Sturm, der einen zu sich selbst führt. Das Album schließt dann nach der Selbstfindung mit dem “Captain Reprise”, bei dem neben knarzenden Planken, Meeresrauschen und Möwengeschrei auch E-Gitarren-Klänge zu hören sind. Schließlich endet der Silberling, wie er begonnen hat, nicht aber, ohne noch mit einem Schatz aufwarten zu können.

Fazit

Das erste Album von Cat o’ nine kann sich sehen lassen! Dass man sich die Lieder sofort live vorstellen kann, zeugt davon, aus welcher Ecke die Crew stammt. Die Band muss man einfach live erleben! Schön ist nun aber, dass sich ihre fröhlich, beschwingte Musik endlich auch mit nach Hause nehmen lässt. Man ist beinahe geneigt, die Mannschaft um Captain Cooper mit den Ye Banished Privateers zu vergleichen. Diese sind mit ihrer großen, internationalen Hop-on-hop-off-Crew nun nicht mehr die Einzigen auf hoher See. Wer Piratenmusik liebt, wird auch an Cat o’ nine über kurz oder lang nicht mehr vorbei kommen. Musikalisch wirken die Songs bereits sehr ausgereift und man darf gespannt sein, welche Geschichten uns Captain Cooper und seine Cat uns noch erzählen werden. Hinzu kommt die Liebe zum Detail, die dem ganzen Album zugekommen ist. Hierzu zählt nicht nur die penible Auswahl an Instrumenten, sondern auch das gesamte Artwork des Covers, das sich wahrlich sehen lassen kann. 

 

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