Manimal_2019.03.30_VitaNigra-22Ein bemerkenswertes Schwedisches Trio hatte sich zusammengeschlossen, um Europa im Sturm zu erobern. Ihre Reise führte Manimal, Dynazty und Bloodbound auch in den Schweizer Metaltempel; das Z7 in Pratteln.
Eröffnet wurde der Abend durch Manimal. Die Göteborger boten den Fans spannenden Heavy Metal, ab und an durchsetzt mit einigen raueren Tönen. Doch auch Abstecher in den Bereich des Power Metals fehlten bei den martialisch geschminkten Schweden nicht. Die Schminke erinnerte manchen Fan eher an Pandabären als an harte Rocker – die Musik machte dies aber mehr als wett. Harte Riffs, schnelle Drums und brummende Bässe brachten das Publikum zum Mitfeiern. Während ihres gut 40-minütigen Sets spielten Manimal Stücke von allen drei Alben und begeisterten damit das Schweizer Publikum. Die Schweden dürften an dem Abend einige Anhänger zu ihrer wachsenden Fangemeinschaft hinzugewonnen haben.

Nach einer kurzen Umbauphase wurde es Zeit für ein kleines bisschen mehr Ruhe. Dynazty übernahmen im Z7. Fronter Nils dürfte manch einem bekannt vorkommen, ist er doch auch Leadsänger bei Amaranthe. Dank ihres Melodic Metals brachten Dynazty einen gelungen Kontrastpunkt zum Opener, gaben den Fans Zeit zum durchatmen, ohne jedoch die bereits aufgebaute Spannung zu verlieren. Obwohl die Soundabmischung an dem Abend nicht stimmig war und Nils deswegen nicht sein volles Potential entfalten konnte, waren die Fans begeistert. Ob bei “Firesign” – dem Titeltrack des neuesten Albums – oder “The Smoking Gun”, ob bei “Raise your Hand” oder “Titanic Mass”, die Metalheads feierten die Stockholmer. Von den Soundproblemen ließen sich weder Band noch Fans beirren.

Es folgte nochmals eine Umbaupause, bevor der Headliner die Bühne stürmte. Bloodbound waren mit ihrem neuesten Werk angereist, um die Welt – pardon – das Z7 zu erobern. Mit “Battle in the sky” starteten die Schweden fulminant in den Abend und wurden dafür mit Begeisterungsstürmen belohnt. Band und Bloodheads – wie sich die Fangemeinschaft nennt – trieben sich gegenseitig an. Manch einer mag sich gefragt haben, wie es Fredrik Bergh schafft, sich bei dem schnellen Keybordspiel nicht die Finger zu verknoten. Dynazty_2019.03.30_VitaNigra-8Auch Bandneuling Daniel Sjören machte an den Drums eine gute Figur und wusste, von sich zu überzeugen. Während die Setlist hauptsächlich aus schnellen Songs bestand, wurde es mit einem Mal dann doch ruhiger. Sänger Patrik Selleby hatte mit “Fallen Heroes” seinem Vater und allen gefallenen Helden ein wunderschönes Lied gewidmet, welches natürlich auch an dem Abend nicht fehlen durfte. Dann ging es aber auch schon wieder fulminant weiter, bevor mit “Dragons are forever” das letzte Lied des Abends angekündigt wurde. Damit wollten sich die Fans aber noch nicht begnügen und forderten vehement Zugaben. Bloodbound ließen sich nicht lange bitte und kehrten nochmals auf die Bühne zurück. Der Abend endete schließlich mit “Nosferatu” – ohne diesen Song hätten die Schweden auch kaum gehen dürfen.

Eigentlich war es mal wieder ein großartiger Konzertabend im Z7, bei dem Bands und Fans zu überzeugen wussten. Für einmal hat der Schweizer Metaltempel aber nicht die volle Punktzahl erreicht. Von Seiten der Technik wäre definitiv mehr drin gewesen. Alle 3 Bands beklagten Probleme beim Sound und auch mit dem Licht waren die Bands (die Fotografen übrigens auch nicht) rundum zufrieden. Trotz dieser Abstriche war es eine schwedische Metalnacht vom Feinsten.