Endlich wieder Saufgelage, endlich wieder Metfest! Das dachten sich auch zahlreiche Metvernichter in Köln am vergangenen Samstag. Trotz der Verschiebung von der Südbrücke ins Carlswerk Victoria hatten es pünktlich zum Einlass um 16.00 Uhr eine große Anzahl von Feierwütigen zur Location geschafft. Das Metfest 2022 konnte starten!

Wenn der Met in Strömen fließt

Metfest-2022-Grailknights-9Laut Facebook-Veranstaltung sollte es um 17.00 Uhr mit den Grailknights losgehen. Der Beginn war jedoch erst für 17.30 geplant, sodass zu dieser Zeit schon viele Liter Bier durch die von Corona ausgetrockneten Kehlen geflossen waren. Mit lauten „FEUER“ – „SCHWANZ“-Rufen hielt man sich bei Laune, um dann bei Beginn des Konzerts so richtig zu eskalieren. Schon bei den Grailknights war es in der Halle so voll, als hätte man heimlich mit dem Headliner des Abends begonnen.
Songs wie „Cthulhu“ begeisterten die Menge genauso wie den epischen Kampf gegen Dr. Skull, den die tapferen Ritter natürlich gewannen. Und das trotz Ersatzdrummer von Cambrium, der Lord Drumcules wahrlich würdevoll vertrat! Nach dem eingespielten „We are the champions“ endeten sie fulminant mit „Pumping Iron Power“ und hinterließen ein aufgeheiztes Publikum. Schade, dass die Spielzeit so kurz war!

In der Umbaupause stand man schließlich Schlange, um die Halle wieder zu verlassen. Draußen wartete eine weitere Theke, frische Luft, Toiletten, ein Imbisswagen und der Weg in den benachbarten Club Volta, in dem man nach Herzenslust Merchandise shoppen konnte. Ob es dort tatsächlich jemand hingeschafft hat, wird eine Legende bleiben.Metfest-2022-Wind-Rose-19
Pünktlich zur zweiten Band hatte sich die Meute jedenfalls wieder in der Halle versammelt. Nun war es sogar noch voller als Wind Rose aus Italien die Bühne in Tolkien-Zwergen-Manier eroberte. Das Setting war Programm und so erzählten sie gut gelaunt von betrunkenen Zwergen und anderen mysteriösen Gestalten. In ihren fellbesetzten Outfits muss ihnen ganz schön heiß gewesen sein, doch der Schweiß wird wohl bei Vielen ebenso geflossen sein wie Bier und Met. Zu dieser Zeit zerlegte es bereits so manchen, der so schnell nicht wieder auf zwei Beinen stand.

Zwischen Feuer und Nebel

Metfest-2022-Equilibrium-9Auch in der zweiten und dritten Umbaupause leerte sich die Halle merklich, während es an Theken und Imbiss voller wurde. Irgendwann wusste man gar nicht mehr, in welcher Schlange man eigentlich stand. Das hinderte die meisten aber nicht daran, frisch gestärkt und vollgetankt wieder in der Menge zu stehen, als Equilibrium im dichten Nebelgeschwader mit der Show begann. Natürlich bildeten sich den gesamten Abend hinweg Moshpits, die sich sehen lassen konnten. Das forderte durchaus Opfer – zertrampelte Füße, Platzwunden und mindestens einen Menschen musste die Security komplett herausziehen. Danke an dieser Stelle für ihren und den Einsatz der Sanis!
Crowdsurfer durften bei Equilibrium auch nicht fehlen und den ein oder anderen sah man mehr als einmal über die Hände schweben. Nur die fliegenden Becher hätten sich die Werfenden wirklich sparen können. Wer die an den Kopf bekam, fand sich später ebenfalls bei den Sanitätern wieder.

Insgesamt war die Stimmung bombastisch und geradezu berauschend. Mit frenetischem Applaus wurden schlussendlich Feuerschwanz in voller Besetzung begrüßt. Die Band bedankte sich mit Songs wie „Memento Mori“ sowie Feuershow und Konfettikanonen. Die Miezen begleiteten die Show Äxte und Feuerräder schwingend. Als die Atmosphäre zum Greifen gefüllt mit Partylaune und Bier war, kam es zum Interludium, ein Gebet an den Alkohol wurde angestimmt und der „Methammer“ knallte auf das Carlswerk. Kaum ein wunder, dass die Coverversion „Dragostea Din Tei“ so gefeiert wurde, wie jeder andere Feuerschwanzsong. Da blieb kein Auge und keine Kehle trocken.

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Fazit

Das Metfest 2022 hatte es in sich. Musikalisch wurde ein hartes Brett nach dem anderen geliefert. Es gab was zum Lachen und viel Grund zum Feiern. Ob das Carlswerk für diese Art von Event geeignet war, sei mal dahin gestellt – eine offene Türe in den Umbaupausen mehr wäre auf jeden Fall gut gewesen. Die Situation war nicht ideal, doch nach dem Spielverbot an der Südbrücke, haben Bands und Fans das Beste draus gemacht. Zum Teil wirkte es so, als habe man nun all das nachgeholt, was die Coronapandemie verhindert hatte – und so manch einem bekam das leider gar nicht gut. Schade! Nichtsdestotrotz war es ein feuchtfröhlicher Abend, den man so schnell nicht vergessen wird!