Wie schon am Vortag brannte die Sonne schon morgens früh, als der Tanzbrunnen in Köln seine Tore öffnete, erbarmungslos vom Himmel. Schwarzgewandete strömten trotzdem zahlreich auf das Gelände und schon bei der ersten Band auf der Mainstage war es unglaublich voll.

XRX-25‘X-Rx’ weckten die müden Menschen, die teilweise in der Nacht bis 4:00 Uhr morgens gefeiert hatten. Mit ihren elektronischen Sounds, die zu Beginn durch ein paar technische Probleme unterbrochen wurden, brachten sie den größten Teil der Menge zum Tanzen, was zu dieser Zeit schon schweißtreibend war. Hier geht es zu den Fotos.

Entspannter wurde es im Anschluss mit ‘Ben ivory’. Nachdem er beim Vorentscheid des Eurovision Song Contest den siebten Platz belegt hatte und nun mit seinem neuen Album auf Tour in Deutschland unterwegs ist, machte er halt in Köln und versuchte sein Glück auf dem Amphi Festival. Mit eher seichtem Rock-Pop konnte er überraschenderweise begeistern, ob aber ein solches Event auch in Zukunft für ihn ein zu Hause bietet, bleibt wohl fraglich. Hier geht es zu den Fotos.

Während draußen die Sonne brannte, war es im Staatenhaus überraschend kühl und die tanzbare Musik von ‘Tyske Ludder’ oder ‘Santa Hates you’ lockte viele Industrial-Tänzer eher nach drinnen, da sie dort keinen Hitzschlag zu dieser Uhrzeit beim Tanzen fürchten mussten.

Auf der Mainstage begannen währenddessen ‘The beauty of gemina’ ihre Show und präsentierten eine Mischung aus Dark-Rock, Metal und ein bisschen Dark-Wave. Eine Mischung, die zunächst gewöhnungsbedürftig scheint, aber die von der Band auf der Bühne authentisch vermittelt wurde. Der einfühlsame Gesang wurde jedoch teilweise durch die elektrischen Synthesizer überdeckt, was sehr schade ist. Hier geht es zu den Fotos.

Während der Show von ‘Faun’ im Staatenhaus leerte sich dieses ein wenig, denn auf der Mainstage gab es mit ‘Icon of coil’ eine weitaus griffigere Musik, zu der sich besser die Hüften schwingen ließen. Fotos gibt es aber leider keine, da das Wetter dafür sorgte, dass mich Schwindel für einen Moment in die Knie zwang. Bei den Jungs der ‘Letzten Instanz’ war ich dafür aber wieder bei Kräften, was auch gut war, denn wie gewohnt haben sie es ordentlich krachen lassen.Letzte Instanz-3

Mit ihrem Bühnenbild des letzten Albums boten sie schon bevor sie die Stage betraten, ein eindrucksvolles Bild. Mit der Kombination von rockig harten Gitarren mit Cello und Geige begeisterten sie dann nicht nur visuell sondern auch klangvoll. Neue Songs, die eher weniger dem alten, geliebten Stil der Instanz gleichen, wechselten sich mit den altbekannten Liedern ab, wodurch neuen und alten Fans eine tolle Show geboten wurde. Hier geht es zu den Fotos.

Im Staatenhaus geschah für ‘Umbra et Imago’ und ‘Die Form’ dann dies, was ich am ersten Festivaltag bei ‘Agonoize’ vermisst hatte: Alterskontrollen! Daumen hoch dafür.

Open air genossen dann aber viele doch lieber ‘Diary of dreams’ und vor der Bühne war es schon fast so voll wie am Samstag bei ‘VNV Nation’. Dies war durchaus nachvollziehbar, denn die Jungs von ‘Diary of dreams’ begannen mit Krachern wie ‘The Wedding’. Hier geht es zu den Fotos.

Diaries of dreams-5Unerwarteter Weise wurde es auch bei ‘OOMPH!’ nicht leerer. Ganz im Gegenteil, strümten immer mehr Menschen vor die Mainstage, obwohl die Kostüme der Jungs mittlerweile einfach nur noch lächerlich sind. Zu den alten guten Songs, vermisste man hier die zwar verrückten, aber eher düsteren Klamotten. Stattdessen standen sie in Matrosenkostümen da, was die rockigen Sounds irgendwie verniedlichte. Hier geht es zu den Fotos.

Der zweite Festivaltag wurde auf der Mainstage mit ‘Fields of the Nephilim’ wieder schon um 21:55 beendet, während ‘Peter Heppner’ noch eine Stunde länger das Staatenhaus erobern konnte. Das Theater war nun aber auch wieder umgebaut worden und wieder bis 4:00 Uhr nachts für eine große After-Show Party geöffnet. Die Lesung von Mark Benecke habe ich zwar leider an beiden Tagen verpasst, weil die Schlangen vor dem Theater immer schon eine Stunde vorher unglaublich lang waren, aber insgesamt war es ein tolles Wochenende. Nächstes Jahr aber bitte ein paar Grad weniger und vielleicht ein paar Planschbecken zum Abkühlen.