Avantasia_2019.04.19_VitaNigra-7Geheimnisvoll verhüllt war die Bühne, als die Fans Karfreitag das Z7 in Pratteln stürmten. Ein gewaltiger Vorhang mit dem Avantasia-Schriftzug verdeckte, was man noch nicht sehen sollte.
Obwohl zwischen Türöffnung und Showbeginn eineinhalb Stunden Zeit lag, war der Platz in den ersten paar Reihen nach wenigen Minuten schon besetzt. Je näher der Konzertbeginn rückte, umso voller wurde es im Z7. Von Anfang an herrschte eine großartige Stimmung. Die Fans waren sichtlich gut gelaunt und freuten sich auf den Abend.
Mit dem Erklingen von Beethovens Symphony No. 9, Op. 125 als Intro fiel dann auch der Vorhang und gab den Blick auf das opulente Bühnenbild frei. War die Stimmung vorher schon ausgelassen, kannten die Fans jetzt kein Halten mehr. Schon von Beginn an wurde lautstark mitgesungen, enthusiastisch abgerockt und eine Party der Extraklasse gefeiert.

Wie bei Avantasia üblich wechselten die Leadsänger sich ab. Dabei setzte Tobias Sammet auch für die Moonglow-Tour wieder auf absolute Szenegrößen. Eric Martin, bekannt als Sänger von Mr. Big war ebenso mit von der Partie wie Ronnie Akins von Pretty Maids. Geoff Tate (ehemals Queensryche), Bob Catley von Magnum und Jørn Lande (ehemals Masterplan) gaben sich die Ehre. Hauptsächlich bei den Backing Vocals dabei, gab Adrienne Cowan von Seven Spires bei Moonglow und Farewell ihre wunderbare Stimme zum Besten und zeigte bei Twisted Mind, dass sie auch das growlen perfekt beherrscht.Avantasia_2019.04.19_VitaNigra-10
Während jeder Musiker der Show auf seine Art und Weise den Stempel aufdrückte, so ist Avantasia doch ganz Tobias Sammets Projekt. Der Sänger war mit Ausnahme zweier Songs immer auf der Bühne präsent, auch wenn er sich teilweise dezent im Hintergrund aufhielt. Seine Gäste ließen es sich nicht nehmen und erzählten den Fans, was Avantasia für sie bedeutet und wie sie zum Projekt kamen. Sammet war dabei die Freude über die vielen positiven Worte anzusehen. Doch auch sonst war die Show, trotz der Opulenz, irgendwie familiär. Sammet hatte am Anfang ein bisschen Textdurcheinander. Anstatt es zu überspielen, ließ er das Publikum auf charmante Weise mit einem Lachen an seinen Schnitzern teilhaben, schnitt Grimassen oder verdrehte die Augen. Ein Mann der nicht nur musikalisch beeindruckt.
Beeindruckend war auch das Bühnenbild mit dem sich ändernden Hintergrund. Je nach Song wurde das entsprechende Albumcover oder eine zum Text passende Szene gezeigt. Dabei war das Bild nie aufdringlich oder ablenkend, sondern setzte die Musik gekonnt in Szene.

Avantasia ist ein Rock Epos der Sonderklasse – einzigartig, opulent, bombastisch!