Yggdrasil Festival 2017, Tag 3 – Dosson di Casier, Treviso – Bericht

Auch der Samstag, der dritte Tag des Yggdrasil Festivals ließ sich von den anderen Festivaltagen nicht an Gemütlichkeit überbieten. So standen wieder vier Bands als Hauptprogramm auf der Bühne; Orks, Elfen, Liliputaner und Magier tummelten sich zwischenzeitlich an anderen Orten des großzügigen Geländes. Wie auch an den anderen Tagen, konnte man Schwertkämpfe und Jonglagen bestaunen und auch selbst an alten Spielen teilnehmen. Außerdem fand am Nachmittag die offizielle Gewandungsprämierung statt. Dabei gewann derjenige, der mit seinen ausgefallenen Klamotten bzw. mit einem originellen Kostüm die meisten Stimmen der Zuschauer für sich ergattern konnte. Dem rdf_05_by_zouberi-dbex4xfGewinner winkte ein Einkaufsgutschein für den Mittelaltermarkt, um sich eben mit noch beeindruckenderen Accessoires einzudecken.

Am Nachmittag begann schließlich das Musikprogramm mit Rondeau de Fauvel. Das klingt vielleicht Französisch, ist aber Italienisch. Die Band erfreut sich in ihrer Heimat stetig wachsender Beliebtheit seit ihrer Gründung 2008. So mauserte man sich vom Trio zum Sextett und fing an, Mittelaltermelodien mit elektronischer Musik zu kombinieren. Ähnlichkeiten zu The Midnight vom Vortag konnte man bemerken, auch scheinen Blackmore’s Night ebenso ein Vorbild für die Band zu sein. Insgesamt gaben sich die Musiker aber wesentlich rockiger und auch elektronischer. Ein guter Einstieg in einen spannenden Musiktag, das machte Lust auf mehr!R

Acus Vacuum gaben später auch durchaus mehr davon, wenn auch wesentlich traditioneller. Die Belgier spielten als Folgeband recht geradlinige Mittelaltermarktmusik, doch das allein reichte natürlich noch nicht. Die Artistin Azora begleitete die Gruppe und fast alle gespielten Stücke mit Tanz- und Akrobatikeinlagen. Da wurden Röcke geschwungen und Schwerter balanciert, alles mit Leichtigkeit. Das Publikum war beeindruckt, insbesondere die Männer. Dudelsäcke und hübsche Frauen, diese Kombination funktionierte doch schon in alten Zeiten. Nachdem ein Faun namens Irene die Gewandungsprämierung für sich entschieden hatte, ging es mit Musik etwas weiter abseits von der Carmina Burana weiter. Die Spanier von Trobar de Morte übernahmen die Bühne und bezauberten mit ihrem ganz eigenen Klangspektrum. In aufreizenden Outfits und zwischen den süßlich-melancholischen Melodien, versuchte man sich einigermaßen in der Landessprache mit dem Publikum zu verständigen. Wie die vorhergehende Gruppe hatte man eine Tänzerin dabei, allerdings konzentrierte diese sich in ihrer Performance mehr auf Körperbewegungen und Posen passend zur mythischen Musik. irfan_07_by_zouberi-dbey476Zum Abschluss durfte natürlich eines nicht fehlen – „Yggdrasil“, das Lied passend zum Festival.

Langsam zog die Nacht auf, der Himmel wurde dunkler, die Lichter schienen heller und Irfan traten ins Rampenlicht. Die Band rund um Kalin Yordanov und Darina Zlatkova ist bekannt für ein außergewöhnliches Musikerlebnis. Im Zentrum standen Balkan-Klänge, diese wurden zeitweise unterbrochen oder vermischt mit Melodien und Rhythmen aus dem arabischen Raum, doch auch Einflüsse aus jedem anderen Ende der Welt fanden sich im Sound der Gruppe wieder. Man musste die eher langsamen Songs und Darinas Gesang dazu allerdings mögen, denn Irfan ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Später, ab etwa 23:00 Uhr fand dann das den Festivaltag abschließende Spektakel statt. Die Feuershow der Gruppierung Oersprong Tribal Rites. Zu passender mystischer Musik wurde Feuer gespuckt und Flammen wurden künstlerisch umhergeschwungen. Und selbst danach fühlte man sich immer noch fit genug, um das eine oder andere Bier oder Wein zu genießen, bevor man auch nur auf den Gedanken kam, sich hinzulegen.

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