Die mittlerweile nur noch sechs Musiker von Versengold laden in diesem Herbst zu ihrer Funkenflug-Tour ein. Die ersten vier Termine sind bereits gespielt und die Band bereitet sich aktuell auf Hamburg, Wien und weitere Städte vor, bevor es im November gleich weiter geht. Mit ihrem neuen Album „Funkenflug“ konnten sie eine Punktlandung in den deutschen Charts auf dem zweiten Platz machen. Diesen Erfolg wollten und wollen sie mit ihren Fans gebührend feiern und ließen es sich nicht nehmen, ihre Tour in der Kölner Essigfabrik zu starten. Am 06. Oktober verschlug es eine große Menge Versengold-Fans nach Köln Deutz und obwohl das Konzert vorher nicht ausverkauft war, hatte man vor Ort den Eindruck, die Halle müsse aus allen Nähten platzen.
Während sich draußen bis hin zu den parkenden Autos die Schlange der Wartenden zog, füllten sich drinnen bereits die ersten Reihen bis auf den letzten Mann. Wer schon mal in der Essigfabrik war, weiß wie viele Menschen ungefähr dort gewesen sein müssen. Kurzentschlossene konnten von Glück sagen, dass sie noch einen Dartagnan-23Platz in der Halle ergatterten. 

Pünktlich um 19.30 erstürmten die Musketiere von dArtagnan die Bretter der Essigfabrik und wurden von einem tosenden Publikum begrüßt. Wie es schien, war der gesamte Fanclub anwesend, der andere Anwesende bereits mit seiner Begeisterung angesteckt hatte. Mit dem Track „Neue Helden“ von dem brandneuen Album „Verehrt und Verdammt“ starteten die drei Musketiere mit ihrer Band das kurze Set. Auch wenn ihnen nicht viel Spielzeit vergönnt war, kosteten sie sichtlich jede Sekunde aus. Ihre Fans sangen derweil jeden einzelnen Song lautstark mit und auch eine kleine Laola bei „Jubel Jubel Jubel“ durfte nicht fehlen. Das erste Highlight des Tage gab es dann bei dem allbekannten „Was wollen wir trinken“, als Flo von Versengold die Bühne mit seiner Geige erstürmte und das Lied kraftvoll unterstützte.

Nach einer kleinen Umbaupause, warteten die Fans gespannt auf Versengold, die sich hinter einem großen Funkenflug-Banner versteckten. Leider war das Banner für die Bühne nicht groß genug, weshalb man von der Seite der Halle genau sehen konnte, wie die Band sich aufstellte. Das nahm leider ein wenig die Vorfreude, aber als das Banner schließlich während des Intros fiel, gab es in der Menge kein Halten mehr.
Energiegeladen und voller Freude spielten sich die Bremer Musiker über die Kölner Bühne und sogen die Atmosphäre vollkommen in sich auf. Mit „Niemals Sang- und Klanglos“ legte Versengold ordentlich los und spielten ein Brett nach dem anderen. Eine Freude für viele alteingesessene Fans war auch der Song „Versengold“, der sich gleich zu Anfang in das Set gemogelt hatte. Jedoch blieben weitere ältere Tracks zunächst erstmal aus und man vermisste die drey Weyber schon sehr. In der Halle hätte die Stimmung jedoch nicht besser sein können. Mit zuvor verteilten Knicklichtern wogte ein Meer von Versengold-5leuchtenden Armen durch die Essigfabrik, es wurde gelacht, getanzt und gesungen. Auch beim Hauptact des Abends zeigten sich die Anwesenden erstaunlich textsicher und nach ungezählten erlebten Versengoldauftritten kann man sagen: „Paules Beichtgang“ ist noch auf keinem Konzert so laut vom Publikum gesungen worden, dass man Malte auf der Bühne nicht mehr hören konnte!

Bei „Verliebt in eine Insel“ bekam die Band Besuch von Ben von dArtagnan, der den Song mit seinem Dudelsack unterstützte. Zumindest am Rand der Halle konnte man diesen aber leider kaum hören. Schade!
Ein weiteres Highlight, das wiederum nicht zu übersehen war, folgte dann direkt einen Track später. Bei „O’Rileys Lichterfest“ ließ sich Flo mit seiner Geige auf einer Box durch die Menge fahren und spielte über den Köpfen seiner Fans. Eine Ode an die Geige folgte dann später auch mit dem neuen Song „Solange jemand Geige spielt“, der live erstaunlich viel Schwung hat. Flo legte seine Fidel schließlich aber für „Herz durch die Wand“ beiseite, um das Hackbrett zu bespielen. Die neuen Lieder kamen bei dem Konzert keinesfalls zu Kurz und auch einige Tracks aus „Zeitlos“ hatten sich in die Setliste verirrt. Was leider immer noch fehlte, waren die alten Klassiker und als sich die Band verabschiedete, hinterließen sie einige Fans mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
In der Zugabe haute die Band dann schließlich aber alles raus, was sie zu bieten hatte. Als Vorgeschmack auf das 15-jährige Bandjubiläum im nächsten Jahr spielten sie ein 15-minütiges Medley aus beliebten alten Songs. Im nächsten Jahr wird es auch ein Fankonzert geben, bei dem über zu spielende Songs abgestimmt werden kann. „Drey Weyber“, „Seemannsgarn“ und „Halunken Betrunken“ waren nur drei der Tracks, die es in das Medley geschafft haben. Die Übergänge zwischen den einzelnen Songs waren aber wirklich gelungen. An so eine Kompilation könnte man sich beinahe gewöhnen. In voller Länge wVersengold-2urde zum Schluss dann aber doch noch der grandiose Song „Ich und ein Fass voller Wein“ angestimmt, zu dem dArtagnan vollständig die Bühne betrat. Zwei der Musketiere hatten sich dafür als „Fässer“ verkleidet und schunkelten was das Zeug hielt. Nach der „Weinfass Tune“ gab es den „Abgesang“, den Ben versuchte, mitzusingen. Auch wenn er Spaß hatte, konnte er den Text leider nicht. Dies wird sich aber wohl bis zum Ende der Tour noch ändern.

Der Abend in Köln war auf jeden Fall ein gelungener Auftakt mit friedlich feiernden Fans, viel guter Musik und Tanz. Zwischendurch gab es sogar vereinzelte Crowdsurfer, was bei Versengold eher ungewöhnlich ist. Der Erfolg lässt also auch ihre Fans ein wenig höher schweben. Nach einem so fulminanten Tourauftakt kann man gespannt sein, was in den kommenden Wochen auf Tour noch so passiert.