Vita Nigra

Russkaja – Peace, Love & Russian Roll – CD-Rezension

Russkaja, eine fröhliche und lustige Gruppierung aus Wien, die ihrem Bandnamen trotz der Herkunft alle Ehre machen. Sie fabrizieren aus Ska und Polka eine einzigartig bunte Musik, zu der sich wunderbar tanzen lässt. Ihre ursprünglichen Wurzeln schlagen eben nicht nur in ihren Namen nieder, sondern auch in ihrem Gesang und den musikalischen Experimenten. Am 24. Juli ist nun ihr viertes Studioalbum erschienen, obwohl es die Band bereits seit 2006 offiziell gibt. Wenn man aber nebenbei in anderen Bands aktiv ist und eine Platte gut werden soll, kann man sich gerne etwas mehr Zeit lassen. Zwischen „Energia“ (2013) und der brandneuen Scheibe „Peace,Love & Russian Roll“ liegen ja auch nur zwei Jahre. Fans können sich nun aber so richtig freuen, denn die neue Platte hat es in sich.

Schon der erste Song lädt zum tanzen und abrocken ein. „Rock’n’Roll Today“ leitet das Album schwungvoll mit einigen beschwingten Blasinstrumenten ein. Der Gesang des Georgij Alexandrowitsch Makazaria, dessen Englisch etwas gebrochen klingt, reißt einen sofort mit und auch der mehrstimmige Refrain, kombiniert mit schnellen Rythmen bewegt auf der Stelle. Ebenso tanzbar geht es mit melodiös rasanten Songs wie „Slap your Face“ oder „Hometown Polka“ weiter. Manchmal befindet man sich gedanklich in Moskau und kann den Flair geradezu schmecken, ein anderes Mal entführt es einen auf eine fröhliche Ska-Party. „There was a time“ dagegen klingt etwas untypisch, aber eine Ballade, zu Beginn lediglich durch eine Akustik-Gitarre begleitet, bietet den perfekten Moment einmal herunter zu kommen und ein wenig zu träumen. Denn irgendwann vergeht die Zeit, die man intensiver genießen sollen, also warum nicht einmal hinsetzen und sich daran erinnern?

Mit „El Pueblo Unido“ geht es dann schnurstracks in eine ganz andere Richtung. Spanisches Flair umgibt den ganzen Track, der nach dem ruhigen Intro erneut zu schnellen Takten greift. Auch wenn man nicht unbedingt einen Salsa auf das Parkett legen kann, tanzen lässt sich darauf unbestreitbar gut und man schmeckt schon fast den Sangria. Zurück in die Heimat mit eher ruhigeren Klängen der Blasinstrumente geht es mit „Lovegerod“, das musikalisch beinahe schon ein wenig an Reggea erinnert. Ein paar richtige Liebeslieder dürfen natürlich auch nicht fehlen. Mit „Parachute“, „Let’s die togehter (me amore)“ oder „Radio Song“ werden die tiefen Gefühle besonders hervorgehoben, allerdings nicht ohne die gewisse Russkaja-Würze. Zum Schluss wird es mit dem Titel-Track „Peace, Love & Russion Roll“ noch einmal richtig rasant.

Insgesamt ist dieses Album ein einziger musikalischer Ohrenschmaus. Alle Fans des Ska, des Folk, der Polka und auch sogar des Reggea werden ihren Spaß daran haben. Wer einmal ausgelassen tanzen möchte, dem sei dieses Album ans Herz gelegt. Bald, auf dem Burgfolk Festival, werden sich so manche auch bereits einen Live-Eindruck verschaffen können. Dieser wird das Album sicherlich noch toppen, denn eine gemeinsame Feier mit Russkaja kann nur lustig werden. Also Daumen hoch für „Peace, Love & Russian Roll“!

Das Werk gibt es seit dem 24.07. zu kaufen und wurde über Napalm Records veröffentlicht.