Ein neues Jahr ist angebrochen und die Planung für die nächste Saison des größten reisenden Mittelalterfestivals sind im vollen Gange. Gemeint ist natürlich das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, kurz MPS. Der dazugehörige Weihnachtsmarkt, der die Adventswochenenden und Silvester im Dortmunder Fredenbaumpark verzaubert hat, ist nun mittlerweile ebenfalls abgebaut. Trotz der eingebrochenen Kälte haben sich die Abbauhelfer wacker geschlagen. Schwelgen wir nun also noch ein bisschen in Erinnerung an das Wochenende des dritten Advents, als wir den Phantastischen Lichterweihnachtsmarkt für euch besucht haben.

Duivelspack-8Der PLWM baute am Anfang der Adventszeit seine Zelte in Dortmund auf und das nun schon zum wiederholten Male. Zur Freude aller MPS-Fans konnte man also auch in diesem Jahr das Flair des Marktes im Winter genießen. An jedem Wochenende lockte der große Markt mit einem breiten Angebot aus Musik, Schauspiel und Kunst. Mit dabei natürlich stets die Gesichter des MPS: Veranstalter Gisi mit seinen Hunden, Mönch Bruder Rectus und der Bettler der Hässliche Hans. Letzterer war wie im Sommer auch bei niedrigen Temperaturen natürlich barfuß gesichtet worden!
Am 17.12., also der Samstag vor dem dritten Advent, hatten sich zu den üblichen Verdächtigen des MPS auch einige Bands gesellt, die man so auch gern im Sommer genießt. Einen Vorteil gab es nun aber, denn eine der beiden Bühnen befand sich im warmen Partyzelt, sodass dort bei jedem Wind und Wetter aufgespielt werden konnte. Hier spielten am besagten Samstag den ganzen Tag immer mal wieder die Spielleute von Duivelspack auf und gaben ihr Liedgut zum Besten. Mit ganz vorn dabei natürlich ihre Hits des neuen Albums „Weibsbilder„, bei denen man den Kleinsten Zuhörern vielleicht das ein oder andere Mal besser die Ohren zugehalten hätte. Duivelspack nimmt schließlich kein Blatt vor den Mund. Fotos der Spielleute gibt es in unserer Galerie (-> hier).

In einem weiteren warmen und windgeschützten Zelt, verzauberte Achim – der Falkner der Herzen, Groß und Klein mit seinen Vögeln. Wer seine Show kennt weiß, dass seine Art mit den Tieren umzugehen wirklich was ganz besonderes ist. Er erzählt von seinen Erlebnissen mit den Therapievögeln und treibt so manchmal Zuschauer damit auch mal Tränen in die Augen. Hier wurde auch an diesem Samstag eine „Flugshow“ der ganz besonderen Art geboten, die sowohl herzerwärmend als auch lehrreich war.
Im Freien gab es neben den üblich heimeligen Lagerfeuern besonders viele Lichter und Fackeln zu Impressionen-41sehen. Besonders als es dunkel wurde, versetzten die vielen natürlichen Lichter den Markt in einen ganz besonderen Glanz. Die erleuchteten Buden und Fahrgeschäfte verhalfen dem Gelände zusätzlich zu seinem Zauber. Im Vergleich zum letzten Jahr gab es nun auch eine Brücke über den See, sodass man die beleuchtete Kulisse inklusive Spiegelung der Kerzen auf den Flößen so richtig genießen konnte. Jedenfalls dann, wenn die Brücke nicht all zu sehr schwankte. Ohne Netz und doppelten Boden gab es mehrmals am Tag auch die Show der Danse Infernale zu sehen. Mit Flammen und Musik zogen sie Jung und Alt in ihren Bann auch wenn nicht immer alles glatt lief. Das machte die Auftritte aber nur um ein vielfaches authentischer. Ein Dank gilt an dieser Stelle der Feuerwehr und den sonstigen Helfern, die dafür sorgten, dass alles sicher ablief und niemand zu keiner Zeit gefährdet werden konnte.

Währenddessen dudelte Musik von der großen Freiluftbühne über das Gelände, den dort spielten die Schotten von Saor Patrol. Wie gewohnt im Schottenrock und nackten Beinen. Da fing man schon beim bloßen Hinschauen schon zu frieren an, aber zum Glück wurde man rundherum mit köstlichen Heißgetränken versorgt. Es gab ein breites Pensum an alkoholischen und nichtalkoholischen warmen und kalten Getränken, sodass keine Kehle trocken blieb. Ähnliches galt für den Magen, denn auch die zahlreichen Stände mit allerlei leckeren Speisen verführten dazu zu viel zu essen. Es war aber auch einfach zu lecker! Angepriesen sei hier exemplarisch das Knobibrot, der Drachenspieß und die Apfeltüte. Fotos der Schotten gibt es -> hier in der Galerie.
Nachdem der Dudelsack von Saor Patrol verklungen war, stürmte Versengold erneut die Bühne, um die Besucher zwei Stunden lang mit ihrer Musik zu beglücken. Der Platz war zu dieser Zeit auch wirklich gut gefüllt, sodass man den Eindruck hatte, ein ganzer Zug mit Versengoldfans sei in Dortmund vorgefahren. Die doch recht winterlichen Temperaturen, die sich aber noch über 0 Grad hielten wurden dank des fröhlichen Folks der Bremer kollektiv einfach weggetanzt. Auch als es ganz leicht zu regnen anfing, trübte das die Stimmung nicht. Wer sich zuvor noch gefragt hatte, wie Saor Patrol es ohne Beinkleid auf der Bühne ausgehalten hatte, wurde nun von Versengold aufgeklärt, denn die Bühne war tatsächlich beheizt! Die Spielleute machten daher ihren Fans eine lange Nase wurden aber durch ausgiebiges Mitsingen belehrt, dass der Winter ihren Fans rein gar nichts ausmachte. Auch die Bilder der Bremer Musiker gibt es in unserer Galerie (-> hier).

Den musikalischen Abschluss des Tages machten Knasterbart dann im Partyzelt. Da einige der Spielleute auch zu Versengold gehören, konnten diese sich leider nicht mehr so viel Zeit für Autogramme nehmen, aber viele Zuhörer waren ohnehin direkt in das Zelt gewandert, um sich vom besinnlichen Treiben des Marktes eine Auszeit zu gönnen. Während es Knasterbart-10Andere weiter an den Buden entlang trieb, dem Schmied zuzuschauen oder Honig zu kaufen, heizten Knasterbart direkt mit den ersten Tönen ihrer Fangemeinschaft ordentlich ein. Bis in die letzten Reihen des Zeltes wurde durchgängig mitgewippt und getanzt. Als die Show dann feuchtfröhlich um Mitternacht enden sollte, bekamen Fips und Hotze per Funk mitgeteilt, sie sollten doch bitte weiterspielen und so ging die Gossenparty zum 3. Advent erst richtig los. Draußen hingegen wurden die Zelte bereits abgebrochen, Stände geschlossen und Kerzen ausgemacht. Und so ging einerseits besinnlich und andererseits dreckig und laut dieser wundervolle Samstag zu Ende. Zu guter Letzt findet ihr die Fotos von Knasterbart -> hier und alle Impressionen des Samstags -> dort.