Interview mit Weh über das Album Ingenmannsland

Wir haben mit Weh, dessen Album wir auch neulich zur Rezension (-> hier) vorliegen hatten, ein Interview geführt. Er erzählte uns vom Niemandsland, von seiner Inspiration und seinen Plänen. Da der Norweger uns die Antworten auf Englisch gab, haben wir alles so gut wie möglich übersetzt. Die Original-Version auf Englisch findet ihr unten. Lest alles weitere nun hier in unserem Interview.

We spoke to Weh, whose album we had on hand for a review (-> here). He told us about the No Man’s Land, his inspiration and his plans. We translated the answeres, but you find the original interview below. 

Hallo Erik, danke für deine Zeit. Ich habe dein neuestes Album „Ingenmannsland“ gehört und rezensiert, es war der Wahnsinn. Ich kannte dich vorher nicht und bin nun total überwältigt.

Seit wann machst du so eine experimentelle Musik?

Die Idee war von Anfang an, etwas wie dunkel-akustische Musik zu machen. Über die Jahre hat es sich zu dem verändert, was du jetzt auf „Ingenmannsland“ hörst. Die Songs hier sind vielleicht nicht so anders, als die der letzten beiden Alben, aber ich glaube, dass da immer eine Entwicklung stattfindet. Ich sehe die Musik nicht wirklich als experimentell an, eher ehrlich, aber ich versuche mich auf die die richtige Atmosphäre zu konzentrieren.

Wieso nennst du es Dark Acoustic Neofolk?

Ich kann mich mit „dark“ und „acoustic“ in Verbindung bringen, aber die Bezeichnung „Neofolk“ ist einfach etwas, das dort steht, um ein Genre zu definieren. Ich habe keine Verknüpfung zum Neofolk in Sachen Inspiration oder was ich selbst höre, aber es funktioniert vielleicht als Beschreibung.

Wieso hast du dich für den Namen „Weh“ entschieden? Im Deutschen heißt es, dass etwas schmerzt, was heißt es für dich?

Die deutsche Bedeutung ist richtig. Es ist einfach eine andere Weise das norwegische Wort „Ve“ zu schreiben, was genau das gleiche bedeutet. Ich dachte, der Name wäre für dieses Akustik-Projekt seltsam genug.

Das Ingenmannsland ist ein mystischer Ort, an dem nichts existiert, richtig?

Das ist eine Weise, es zu sehen. „Ingenmannsland“ ist das norwegische Wort für „kein Manns-Land“, also das Territorium zwischen den Gräben zweier sich gegenüberstehenden Fronten. Ich hatte sowohl diese Bedeutung als auch die Abstraktere, die du angesprochen hast, im Kopf, als ich an dem Album gearbeitet habe. Häufig fällt mir ein Titel früh ein, der mir dann auch als Inspiration während der Entstehung selbst dient.

Was ist das für eine Faszination für das Ingenmannsland? Und wieso hast du ein ganzes Album über „nichts“ geschrieben?

Ich sehe das Ingenmannsland nicht als einen Ort, an dem nichts existiert, sondern eher als etwas Feindliches, wo wir nicht willkommen sind, wie in diesem „Dazwischen“ in Kriegszeiten. Die Faszination ist wirklich die des Zustandes, alles zu verlieren oder das Gefühl, nirgendwo hinzugehören. Das heißt, es ist kein Konzept-Album, aber das ausschlaggebende Gefühl ist in jedem Song mehr oder weniger dasselbe.

Würdest du an einem solchen Ort leben wollen?

Nein, würde ich sicherlich nicht. Aber vielleicht tue ich das.

Hand aufs Herz, ist alles auf diesem Album (Text, Musik) allein deine Arbeit oder hat dir jemand beim Aufnehmen der Gitarren oder so geholfen?

Alles auf dem Album ist meine Arbeit. Ich habe mir ein paar Instrumente bei Freunden geliehen, aber ich habe das gesamte Material selbst komponiert und gespielt. Genau so will ich diese Dinge machen. Ehrlich.

Und jetzt, die letzte Frage: Was ist deine persönliche Botschaft des Albums, deiner Songs, deiner Musik? Möchtest du deinen Zuhörern etwas sagen? Wird es eine Fortsetzung des „Ingemannslands“ geben?

Es gibt keine bestimmte Botschaft von „Weh“ oder diesem Album, aber ich mag es, Emotionen mit der Musik zu erschaffen. Wenn der Hörer diese Emotionen erlebt, die normalerweise dunkel und bedrückend sind, habe ich es geschafft. Der Hörer kann aber vielleicht auch andere Emotionen empfinden, aber wir haben alle eine andere Art auf Musik zu reagieren, deshalb ist das auch überhaupt nicht schlimm. Ich bin ein einfacher Mann, deshalb mache ich die Musik, die ich machen will. Wenn anderen das auch gefällt, freut mich das sehr. Ich weiß noch nicht, ob es ein weiteres Album geben wird. Früher oder später aber vielleicht schon.

Vielen Dank für deine Antworten.

Danke für deine Unterstützung und das grandiose Feedback. Sehr nett, von dir zu hören. Lass uns das mal wiederholen! -Erik E.

 

Hello Erik, thanks for your time. I heard your latest album „Ingenmannsland“ to review it and it was a blast. I didn’t now you before and I am totally steamrolled.

Since when do you such an experimental music?

The idea from the start was to make some kind of dark acoustic music. Over the years it has simply turned into the music you hear on „Ingenmannsland“. The songs here are maybe not that different from the last two recordings, but I guess that there is always a development. I don’t really see the music as very experimental, rather more straight forward, but I try to focus on the right atmospheres.

Why is it called Dark Acoustic Neofolk?

I can relate to „dark“ and I can relate to „acoustic“ of course, but the „Neofolk“ tag is just something that has been put there to define it genre wise I guess. I have no links to neofolk in terms of inspiration or what I personally listen to, but maybe it works as a description.

Why do you chose the name „Weh“? In german it means that somthing hurts, what does it mean to you?

The German meaning is the right one. It’s just a different way of writing the Norwegian word „Ve“ which hast he same meaning. I thought it was a strange enough name for this acoustic project,

The Ingenmannsland is a mystical place, where nothing lives, right?

That is one way to see it. „Ingenmannsland“ is Norwegian for „no man’s land“, the territory between the trenches of two opposing fronts in war. I had both this meaning and the more abstract meaning that you mention in mind when I worked with the album. Often I come up with the album title early in the process of making it, and this title serves as an inspiration in itself in this process.

What is this fascination about the Ingenmannsland? And why did you wrote a full album about ‚nothing‘?

I don’t see the Ingenmannsland as a place where nothing exists, but rather a hostile world where we are not welcome, as well as the „in between“ situation of wartime. The fascination is really about the desperate state of losing everything, or the feeling of not belonging anywhere. That said, this is not a concept album, but the overall feeling of the different songs is more or less the same.

Would you want to live in a place like that?

No, I most certainly would not. But maybe I do.

Let’s be honest, is everything on the album (lyrics, music) only your work or did someone help to record a guitar or something else?

All work on the albums is my doing. I borrowed some instruments from a couple of friends, but I compose and perform the material by myself. That is how I want to do things. Honestly.

And now, last question: What is your personal message with this album, with your songs, with your music? Do you want to say something to your listeners? Will there be a prosecution for „Ingenmannsland“?

There are no definite messages with Weh or this album, but I like to create some emotions with the music. If the listener picks up on these emotions, which are usually dark and dismal, I have succeeded. The listener may perhaps pick up a different emotion as well, but we all have different ways of responding to things we hear, so there’s nothing wrong with that. I am a simple man, so I just make the music that I like to make. And if others like it too, I am very pleased. I don’t know if there will be another album. It probably will, sooner or later.

Thank you for your answers.

And thank you for your support and great feedback. Very nice to hear from you. Let’s do this again sometime! –Erik E.

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