Feuertanz Festival, Tag 2 – Burg Abenberg – Bericht

Der zweite Feuertanz-Tag begann mit Ingrimm und einer Überraschung. Zum dritten Song der Regensburger holte man niemand geringeren als die Geigerin Shir-Ran von Eluveitie mit auf die Bühne. Schnell versammelten sich viele Zuseher auf dem Konzertgelände, was bei den rasant steigenden Temperaturen zur Mittagszeit eher ungewöhnlich war. Auch die Fans der Band, eine noch überschaubare Meute vor der Bühnenmitte, zeigten sich voller Motivation.

Schnell war jedoch das erste Konzert bereits wieder vorüber und Moderator Teufel übergab das Steuer an die Dudelzwerge. Diese haben seit ihrer Gründung fast alle Bandmitglieder schon mindestens einmal gewechselt, auch den Sänger. Zumeist spielte man auf Mittelaltermärkten, konnte aber dennoch etwas Aufmerksamkeit in ganz Deutschland gewinnen. Nun aber vollzieht man den Schlussstrich: die Gruppe löst sich auf. Schade, denn das Konzert der elektrisch verstärkten Spielleute war klasse. Nur die zwei Gitarristen hätte man ebenfalls in Gewandung werfen können, aber wen stört das, solange sie gute Musik machen.
Kommen wir nun zum ersten Höhepunkt des Festivaltages: Lange blonde Mähnen wogten ab nun auf der Bühne auf und ab, natürlich, es mussten Schweden sein! An dritter Stelle spielten Fejd auf und begeisterten die Menge mit ihrer Mischung aus skandinavischem Folk und Metal. Mit schwedischen Texten und Nickelharpa schuf man sich dazu ein ganz eigenes Klangspektrum, das man der Band unverkennbar zuordnen kann. Der Sound mochte zwar insgesamt härter sein als in den Anfangsjahren der Formation, wirkte aber kraftvoller und intensiv. Da spürte man bei „Vinternatt“ regelrecht wie es sanft kühler wurde – bei sengender Hitze im Sonnenschein.

Die aufgekochte Menge übernahm schließlich der Teufel persönlich – mit seiner Band Tanzwut. Da wurden gleich einmal die ersten paar Reihen Opfer von Rauchgranatenangriffen; man muss aber auch dazu sagen, dass hierbei der Wind ungünstig mitspielte. Als der Rauch wieder vertrieben war, konnte man schließlich in Ruhe die Tanzwütigen beim Abrocken erleben. Die Sonne schien dem Teufel direkt ins Gesicht, doch das macht höchstens dem Make-up etwas aus. Solide wurde getanzt und gemosht, da freute man sich bereits wieder auf die nächste Abkühlung, die die Security per Wasserschlauch auch freudig verteilte. Heiß her ging es nach der Umbauphase auch bei Feuerschwanz. Die satirischen Mittelalterrocker aus Franken sind mittlerweile Kult – und von kaum einem Szene-Festival wegzudenken. Mit neuer Mieze und alter Begeisterung wurden Fahnen, flotte Sprüche und so einiges mehr geschwungen und eine Party angezettelt, um nicht zu sagen ein Gelage. Das Publikum brauchte dazu nicht viel Animation, da wurde sehr schnell mitgefeiert und gelacht. Der Hauptmann zeigte sich zufrieden und lieferte seinem „Haufen“ dazu noch einen Mitgrölsong nach dem anderen.

Schon ward es dunkel und ein letztes Mal wartete man auf dem Prall gefüllten Vorhof auf den Headliner. Eisbrecher hieß jener und der lies das Eis mit atemberaubender Geschwindigkeit schmelzen. Die eisbrecher_21_by_zouberi-dbhcvngGruppierung um Sänger Alex Wesselsky spielt zwar keine Mittelaltermusik, dennoch konnte man auch mit harter Rockmusik irgendwo zwischen Gothic und Metal die Menge für sich gewinnen. Aufgrund der deutschsprachigen Texte wird die Band oft der so genannten Neuen Deutschen Härte zugerechnet. Hart waren jedenfalls die gesellschaftskritischen Worte des Sängers, der mit seinen Ansagen und Songtexten viel anzukreiden weiß. Als Belohnung dafür gab es zwei Stunden lang ein positiv aufgewiegeltes Auditorium, das bei aller Kritik den Spaß und die Freude an der Musik nicht zu kurz kommen ließ.

Nach dem schweißtreibenden Konzert stand nur noch ein Punkt auf dem Programm. Faey bespielten akustisch die kleine Bühne im Burgsaal. Auch dieses Mitternachtskonzert ließen wir aus Erschöpfungsgründen aus, somit endet hier auch unsere Berichterstattung. Auf jeden Fall erlebten wir wieder ein wunderschönes Festival, wo wieder ein Highlight das nächste jagte und wir können nur hoffen, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf das nächste Jahr!

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