Festival-Mediaval X, Tag 4 – Goldberg, Selb – Bericht

Da war er schon, der Sonntag des Festival-Mediaval. Andere Feste räumen an diesem Tag bereits die Plätze, das Mediaval legt noch eins drauf. Waldkauz eröffneten bereits um 10:30 Uhr das Gelände mit deutschem Pagan-Folk. 2016 gewann die junge Band den Newcomer-Award in Selb im Bereich Mittelalter-Folk. Für unsere müden Knochen nach drei langen Nächten wär das leider noch zu früh, doch schließlich fanden wir uns etwa eine Stunde später auch auf dem Festivalgelände ein.

Gerade rechtzeitig zu Heiter bis Folkig, die an diesem Tag die Ehre hatten, die Hauptbühne zu bespielen. Zuvor hatten wir sie ja andernorts bereits verpasst. Das lustige Trio rund um Gründer Romulus von Wolfenblut erheiterte erneut das rasch anwachsende Publikum. Unterstützt wurden sie dabei von Gästen wie zum Beispiel Gabrias Schwester Leonora. Damit war das Duo PurPur komplett im Projekt Heiter bis Folkig vertreten. Auch Philip von Fuchsteufelswild stieg kurzerhand mit seiner Geige mit ins Geschehen ein. Ja, wer hätte das gedacht, die neue Scheibe der heiteren Folkband, „Sonnensaiten“, behielt tatsächlich recht. Schon blitzten Sheiterbisfolkig_06_by_zouberi-dboan3wonnenstrahlen  hervor, um die allgemeine Fröhlichkeit noch zusätzlich zu unterstreichen. Grex Confusus waren als nächste Band auf dem Programm, den Weg hinunter zur Burgbühne schafften wir aber aufgrund verrückter Aktionen des Mediaval-Presseteams nicht. An dieser Stelle verraten wir auch nicht, was wir da genau getrieben haben. Womöglich könnte es aber Fotos davon geben.

Unser nächstes Ziel war dann Euphorica wieder auf der Schlossbühne. Die Mädels aus der Tschechei feierten dort ihr zehnjähriges Bestehen als Musikgruppe. Das sah man den Damen aber freilich nicht an. Sprachliche Differenzen gab es keine, Frontfrau Iva gab sich sogar recht witzig auf Deutsch. Das Quartett sprach vor allem die Hardcore-Mittelalterfreaks mit ihren neu interpretierten Traditionals an. Auf einmal wimmelte es nur so von prächtig bis prunkvoll gekleideten Herrschaften im Publikum. Dikanda wiederum kannten wir schon aus dem Vorjahr, damals waren sie ein Teil des Balkan-Specials. Die polnische Gruppe nimmt in ihren Klang viele Einflüsse aus der Zigeunermusik Osteuropas auf, damit stach sie bereits 2016 hervor. Diesmal haben wir ihren Auftritt versäumt, da wir unsere Sachen packen mussten. Keine Sorge, nicht die Kameras! Doch so lange wir nicht das ganze Jahr über in Selb zelten dürfen, müssen wir das Campingzeug leider wieder mit nach Hause nehmen.
Nach so viel ernster Musik war es eindeutig wieder an der Zeit für etwas Lustiges! Pampatut gaben sich dazu alle Mühe, um die Lachmuskeln sportlich zu betätigen. Fleißig war auch der eigens fürs Festival mitgebrachte Drummer; da mussten sich Max und Holger richtig anstrengen, dass vor lauter „Pampa“ das „Tut“ nicht zu kurz kam. Doch wie üblich verbrachte man mindestens so viel Spielzeit mit Blödelei und Schabernack wie mit Musik. Das störte die gut gelaunten Zuseher aber nicht im Geringsten, im Gegenteil. Insbesondere dem etwas übergroßen Like-Daumen, den das Duo mitgebracht hatte, gewährte man großzügig Applaus und Gelächter.

Was haben das Festival-Mediaval und die Kelly Family gemeinsam? Richtig, das Projekt Elfenthal. Es wimmelte zwar weder an Elfen, noch kann man den Goldberg als Tal bezeichnen, nichtsdestotrotz hatte sich die Formation eingefunden, um zu Musik und Tanz zu laden. Elfenthal mag international einen Namen als Symphonic-Rockband haben, doch die Musiker der Gruppe interessieren sich ebenso für Alte Musik und haben deshalb das Projekt zweigeteilt: in die bekannte Opera-Rock-Schiene und das „Early Music Ensemble“. Letzteres erwies nun dem Mediaval die Ehre. Eine Tänzerin in Rot begeisterte von Beginn an das Publikum mit schwungvollen Bewegungen, sodass im Vorhinein schon die Bühne großteils leergeräumt werden musste. Die Musiker hielten sich währenddessen im Helfenthal_08_by_zouberi-dboc56gintergrund. Auch so kann man ein Konzert gestalten!

Über Konzertgestaltung braucht man sich bei Omnia jedenfalls keine Gedanken zu verschwenden. Die Niederländer haben das nach über 20 Jahren Bühnenerfahrung mittlerweile so ziemlich perfektioniert. Auch nach dem Austritt des Gitarristen Satrya ließ man sich nicht humpen und machte genau da weiter, wo man nie aufgehört hatte. Extravaganter Pagan-Folk mit Einflüssen aus allen möglichen anderen Musikrichtungen brachte Fans und bisher noch nicht mit dem Omnia-Virus Infizierte zur Ekstase. Auch ohne Gitarre schaffte es die Gruppe mit Drehleier, Harfe, Didgeridoo und Cister restlos zu begeistern. Liedgut vom aktuellen Album „Prayer“ sowie etliche ältere Songs der breiten Diskografie der Band ließen keine Wünsche offen. Einzig, dass das Konzert und somit das Festival nie enden möge, diese Bitte konnten selbst Omnia nicht erfüllen.

Doch nach dem Mediaval ist vor dem Mediaval! Der Termin für 2018 wurde bereits angekündigt und auch die meisten Bands wurden schon fixiert. Was folgt auf das Jubiläum mit vier Festivaltagen? Natürlich, eine noch größere Party als Best-of-Festival-Mediaval und das noch einmal viertägig! Vom 6. bis einschließlich 9. September 2018 wird „Best of 10 years“ gefeiert mit Alan Stivell & Carlos Nunez, Corvus Corax & Wadokyo, Faun, Garmana, Coppelius, Poeta Magica, Qntal, Versengold, Winterstorm und vielen, vielen mehr! Wir freuen uns bereits jetzt riesig!

 

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