Festival-Mediaval X, Tag 2 – Goldberg, Selb – Bericht

Freitag, 8. September: Der Konzertfreitag des Festival Mediaval trat etwas schneller heran als der Eröffnungstag. Einlass war um 14 Uhr und das erste Konzert für uns begann um 16:15 Uhr. Die langjährigen Mediaval-Mitwirkenden von PurPur bespielten die Hauptbühne und boten einen sanften Einstieg in das Tagesgeschehen. Die beiden Sängerinnen hatten Gastmusiker eingeladen, um ihren Auftritt noch um einige musikalische Aspekte zu erweitern. Immerhin gab es das Zehnjährige zu feiern und somit das neunte Jahr von PurPur auf diesem Festival. Ebenfalls recht weiblich ging es im Anschluss um halb sechs mit Adas auf der Burgbühne weiter. Die Damen aus dem Raum München haben sich den eher ruhigen Aspekten des Folk verschrieben. Präsentiert wurde neben holder Weiblichkeit auch das neu im März erschienene Album „Nornir“. Die Texte der Formation wurden in unterschiedlichen (alten) Sprachen vorgetragen und handelten Streuner_07 Kopievon Natur, Elfen und anderen Wesen der Mythologie.

Auch wenn das nun chauvinistisch anmuten mag, das erste absolute Highlight des Tages war danach der Auftritt der Streuner auf der Schlossbühne. Die Bonner Spielmänner gehören zu den bekanntesten Gruppierungen des Mittelalter-Folk-Genres und das nicht ohne Grund. Beinahe schon virtuos bot die Kultband ihre Trinklieder dar und selbst die eine oder andere Ballade tat der grandiosen Stimmung im Publikum keinerlei Abbruch. Das einzige Manko: Gleichzeitig spielten andernorts Pampatut und auch Heiter bis Folkig. Somit war es für den anständigen Saufesbruder des Mittelalters leider unmöglich, allen „Pflichtkonzerten“ der mediävistischen Hobbyalkoholikerszene beizuwohnen.

Alles anders ward dann bei Daemonia Nymphe. Man wusste zunächst nicht recht, ob man jetzt ein Musikkonzert sieht oder eine Theateraufführung. Doch gerade diese Mischung aus mystischer Performance und abwechslungsreicher mediterraner Musik machte den ganz besonderen Reiz der griechischen Gruppe aus. Headliner des Tages waren niemand geringerer als Faun, deren Mitglieder man schon unter Tags auf dem Marktgelände herumschwirren sehen konnte. Zum Abendkonzert schließlich ließ man die Nebelwerfer auf Hochtouren laufen, denn Faune brauchen bekanntlich Unmengen an dunstigen weißlichen Schwaden für ihr Auftreten. Dennoch bekam man ab und zu jemand Musizierenden auf der Bühne zu erhaschen. Die Fans waren begeistert, sangen mit und tanzten, ganz gleich ob man die verehrten Musiker überhaupt wahrnehmen konnte. Es zählte ohnehin fast nur die Musik!Faun_06 Kopie

Genau deshalb liefen wir, während Faun noch Nebel tranken, mit einigen motivierten Metalheads zum Piratenfloß. Neben diesem spielten in der frei zugänglichen Goldbergbucht Storm Seeker auf einer winzigen Nebenbühne. Eigentlich waren Elmsfeuer gebucht gewesen, doch diese mussten leider recht knapp vor dem Festival absagen. Gerüchten zufolge stehen Elmsfeuer einmal mehr vor der Bandauflösung. Umso seliger waren also Piraten und Freunde härterer Rockmusik, dass sich Storm Seeker schnell als Ersatz fanden und eine richtig gute Show in der Bucht ablieferten. Röcke schwingen bei Faun und Haare ausschütteln bei den Sturmsuchern, das Festival-Mediaval hatte einmal wieder für jeden Geschmack etwas zu bieten.

Den Abschluss des Tages bildete der Auftritt des Vir Street Theatre um Punkt Mitternacht. Die Artisten der weißrussischen Gruppe beeindruckten mit einer spannenden Feuershow, wonach man wohlig gewärmt noch eine Runde über den kerzenbeleuchteten Markt schlendern oder erschöpft nach einem langen Festivaltag ins Zelt fallen konnte.

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