Cecille Ravencraft – Im Zentrum der Spirale – Buch-Rezension

Im Zentrum der SpiraleTeil 1 – Das Knusperhaus:

Tom ist auf der Flucht. Völlig entkräftet will er per Anhalter in die nächste Stadt fahren. Als ein nettes älteres Pärchen ihn am Straßenrand aufgabelt, scheint das Glück auf seiner Seite zu sein. Die Moerfields entpuppen sich für Tom als eine neue Chance. Er hat endlich ein zu Hause gefunden!

Mrs. M. tischt ihm die leckersten Mahlzeiten auf, er hat ein Dach über dem Kopf und ist sogar vor der Polizei sicher. Als diese plötzlich auftaucht, decken die beiden den jungen Tom ohne zu Zögern. Er ist für sie wie ein Sohn geworden. Er hilft im Haushalt, im Garten und überall wo er noch seine Kraft einbringen kann. Dabei fällt ihm überhaupt nicht auf, dass er immer dicker wird und dies die M’s. zu freuen scheint. Dem Leser hingegen ist schon nach den ersten Kapiteln klar: Tom wird von den Moerfields gemästet! Sofort kommt einem das Märchen von Hänsel und Gretel in den Sinn, das genau wie „Im Zentrum der Spirale“ selbst im Keller der M’s liegt.

Als Tom die Bücher findet und ihm endlich auffällt, dass er fett geworden ist, ist es bereits zu spät.

Teil 2 – Das herzlose Monster:

Chris ist ein Erhabener. Er verabscheut körperliche Nähe, Sex ist ein völliges Tabu und er ernährt sich von Menschenfleisch. Seit frühester Kindheit lebt er unter der Obhut der Sunders, ehemals Moerfield. Wegen einem Kriminellen mussten sie ihr schönes Haus aufgeben und in eine andere Stadt umziehen. Mr. M. ist vor kurzem verstorben und seine Frau drillt ihren Ziehsohn mit aller Härte. Er soll schließlich der Hohepriester der Gemeinde der Erhabenen werden.

Was sind die Erhabenen? Diese Frage wird dem Leser schnell beantwortet, aber trotz eines gewissen Ekels, den der Kannibalismus hervorruft, legt man das Buch nicht weg. Als Chris dann sogar herausfindet, wer seine echte Mutter ist und seine Schulkameradin Nadine sich in ihn verliebt, scheint der Plan der Sekte zu kippen.

Teil 3 – Sharpurbie

Die Erhabenen treffen sich wie jedes Jahr in der geheimen Stadt Sharpurbie. Christ und Nadine fahren unabhängig dort hin, doch das junge hübsche Mädchen ahnt nicht, in welche Geschichte sie hineingerät. Chris soll heiraten und der Hohepriester von Sharpurbie werden. In einer grausigen Zeremonie erwecken sie für einen Tag, der natürlich auf Halloween fällt, die Dämonen der Unterwelt.

Nadine erwacht, blickt in die kalten gelben Augen eines Monsters und bemerkt immer noch nicht, wie tief sie in ihrem eigenen Verderben steckt. Kann sie dennoch Chris‘ Herz für sie gewinnen und dem grauenhaften Morden ein Ende bereiten?

„Im Zentrum der Spirale“ ist ein Thriller, der sich auf 413 Seiten erstreckt. Die drei Teile hängen unmittelbar zusammen und sind wohl nur wegen des Standortwechsels eingeführt worden. Auch wenn die Autorin sich selbst in die Handlung verwoben hat und es teilweise wirkt, als würden die Figuren in einer surrealen Geschichte gefangen sein, gibt es einen roten Faden, der sich beinahe glaubwürdig durch das Buch zieht. Der beschriebene Kannibalismus mag für einige zwar abschreckend wirken, aber der schnelle Szenenwechsel bewirkt, dass man nicht zu lang über gefressene Herzen und zerstückelte Menschen nachdenkt. An vielen Stellen ist die Story recht vorhersehbar, aber oft fließen weitere Handlungsstränge ein, die das Ganze dann wieder interessant machen.

Für Fans der etwas ‚leichteren‘ Thriller ist „Im Zentrum der Spirale“ von Cecille Ravencraft (Pseudonym) absolut einen Griff ins Regal wert. Erschienen ist das Buch bereits 2010 im Verlag Torsten Low. Dort wird eine Leseempfehlung ab 18 Jahren ausgesprochen, aber wer starke Nerven besitzt kann es ohne Bedenken lesen. Ihr wollt das Buch selbst lesen? Dann holt es euch hier: Im Zentrum der Spirale

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.