Blütenasche – Tanz der Toten – CD-Rezension

Blütenasche ist ein Gothic Elektro Duo aus dem Ruhrgebiet. 2006 war das Projekt ein rein instrumentales Vorhaben. Erst mit dem Anheuern von Sänger Nico bekamen die satten Beats passende Vocals. Nach „Dunkle Momente (Chapter I)“ und „Tödliche Schreie (Chapter II)“, erschien am 21.4.2017 das dritte Album Tanz Der Totenvia Patchouli-Artworks. Damit bieten sie der Elektroszene 11 neue Tracks, die das Elektroherz ordentlich auf Zack bringen.

Schon mit dem ersten Track werden die Beats durch die Boxen geschmettert. Dazu eine durchgängige Melodie, die wahrhaftig zum Tanzen einlädt. Die Vocals werden gekonnt eingesetzt und die „Hexenjagd“ kann beginnen. Zwischen Strophe und Refrain wird eine melodische Bridge gebildet. Stetig begleitet die eingängige Melodie den Track und schon zu Beginn dürften Elektrofans auf ihre Kosten kommen. Mit einer Menge Sci Fi beginnt „Cthulhu’s Call“ . Nach einer kurzen Einweisung lassen Blütenasche nicht lange bitten und knallen die elektronischen Klänge nur so heraus. Der Refrain wird mystisch performt, ehe sich Beats, Melodie und Vocals neu vereinen. Mittendrin wird eine Bridge geliefert mit reichlich Sci Fi Elementen. Mit diesen wird der Track auch beendet. Die eingängigen Lyrics machen aus „Cthulhu’s Call“ einen Song, bei dem ausgelassen mitgesungen werden kann.

Dumpfer und mystischer beginnt „Keller“. Die Vocals werden mit minimalistischen Beats untermauert und eine düstere Melodie bringt Pfiff in die ganze Sache. Mit einigen elektronischen Elementen wird die Monotonie des Tracks durchbrochen. Nachdem die vorherigen Tracks so richtig Power geliefert haben, zeigt der Song einen eindeutigen Gothic Einfluss. Die düstere Atmosphäre wird in keiner Sekunde unterbrochen und zieht sich durch das komplette Lied. Damit zeigen Blütenasche, dass sie auch ruhigere und dunklere Töne anschlagen können.
Mit dem nächsten Track „Warmachine“ haben die Herren wahrlich einen sehr genialen Track geschaffen. Satte Beats, passende Melodie und die Vocals fügen sich dazu perfekt ein. Die Strophen sind düster und dennoch flott. Interludien versüßen das ganze und das i-Tüpfelchen bilden die Synthieklänge. Der Refrain lockert die Stimmung auf und das Tanzbein muss geschwungen werden. Nach dem Refrain wirkt der Synthie kurz Fehl am Platz, aber kaum setzt der Bass ein wird wieder eine runde Sache draus. Persönlich einer der besten Tracks auf dem Album. „Sehnsucht“ schlägt erneut ruhigere Töne an. Trist klingende Vocals und harmonische Melodien bilden ein traurig schönes Bild. Vor allem die Mitte des Tracks bietet einen elektronisch basierten Spannungsbogen. Dieser endet, passend zur Stimmung, in schwere Beats gepaart mit einfühlsamen Klavierklängen.

Ebenfalls ruhig wird es mit „E.A.P.“ . Klavier trifft auf elektronische Komponente. Überraschend: eine neue Stimme! Der Beginn wird von einer weiblichen Stimme eingeleitet. Nicos Part bleibt eher düster und minimalistisch. Erst als erneut der Sprachgesang beginnt, wird die Stimmung durch helle Synthieklänge aufgelockert. Bei diesem Track zeigen sich Blütenasche experimentierfreudig. Von einer aufkommenden traurigen Stimmung switcht der Song zu einem tanzbaren Clubhit und dann noch einmal in ein beatlastiges Sprachgesangensemble. „Erinnerung“ ist das vierte deutschsprachige Lied. Auch dieses wird eher mit sanfteren Tönen versehen und so sind auch die Vocals klar und deutlich zu verstehen. Die Strophen werden mit einer dunklen Melodie ausgestattet. Die Beats geben dem ganzen eine tanzbare Note, machen die Stimmung aber nicht kaputt. Im Gegenteil: sie würzen das Lied mit einer Prise Pepp. Highlight des Tracks: die eingebaute Bridge in der Mitte des Liedes.
Flotter und rhythmischer wird es mit „Mirror“. Schon zu Beginn erfreut sich das elektrogeneigte Ohr an kräftigen Beats. In der Strophe wird durch elektronische Elemente der Track in eine düstere Atmosphäre gekleidet, welche ihren Höhepunkt im Refrain wiederfindet. In diesem feiern die elektronischen Klänge und die dunklen Vocals eine harmonische Feier, auf der jeder angehalten ist ausgelassen zu Tanzen. „I’m The Antichrist“ lässt einen düster klingenden Track mit vielleicht eher dunklen Klängen erwarten. Doch er besticht vor allem durch Schnelligkeit, klaren Vocals und flotten Rhythmen, die erst dezent im Hintergrund stehen und nach den Vocals ausbrechen. Wenn man denkt, das Lied sei zu Ende, wird schnell klar, dass dem nicht so ist. Nach einer kurzen Stille baut sich die Melodie leise auf und geht schnell in die bekannt flotten Rhythmen über. Auch die Vocals werden nun mehr geschrien als gesungen. Schöner Effekt!

Düster und actionreich wird es mit „Endzeit“. Tiefer Synthiesound vereint sich mit ebenso tiefen Vocals und passenden Beats. Erst die Bridge bringt etwas Sonne in den Track hinein. Die helle Melodie bildet einen Break zu den düsteren Strophen. Die Rhythmen verleiten auch hier, sich zum Beat zu bewegen. Viel zu schnell ist man an den letzten Song angekommen. „Eine neue Hoffnung“ entlässt den Hörer mit der nun bereits gewohnten flotten Art der Herren. Immer mit einem Hauch Dunkelheit. Schon in den ersten Sekunden wird man verleitet sich zu bewegen. Der Refrain ist eine wohltuende Massage für den Gehörgang und versprüht eine positive Energie mit den flotten Rhythmen und melodischen Synthieklängen. Schlechte Laune sollte nach „Eine neue Hoffnung“ jedenfalls wie weggeblasen sein. Wunderbarer Abschluss für ein wirklich gelungenes Werk!

Fazit: Wer es elektronisch mag, sollte Blütenasche weiter beobachten. Mit ihrem einzigartigen Sound und den markanten Vocals schaffen sie es bestimmt noch hoch hinaus in der Szene. Blütenasche beweisen, dass es auch kleinere Bands mit den Großen aufnehmen können. Flotte Rhythmen, satte Beats, harmonische Melodien und die passenden Vocals bilden ein Album, das schnell Anklang finden sollte bei dem elektrogeneigten Fan. Auch die ruhigeren Tracks können überzeugen mit ihren dunklen und schweren Klängen. „Tanz Der Toten“ sollte seinen Weg ins CD Regal finden. Wer nun Blut geleckt hat, kann sich das Album beispielsweise bei Amazon (-> hier) auch gleich bestellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.