Assemblage 23 – Endure – CD-Rezension

Seit 1998 ist der amerikanische Eletrokünstler Tom Shear mit seinem Projekt Assemblage 23 musikalisch aktiv. Bereits mit Veröffentlichungen wie „Failure“, „Compass“ und „Storm“ konnte Shear in den letzten Jahren große Erfolge feiern. Zuletzt erschien 2012 sein Album „Bruise“, dennoch war Tom Shear in den letzten Jahren nicht untätig: In der Zwischenzeit arbeitete der Amerikaner an seinem Nebenprojekt Surveillance, welches mit härteren EBM-Klängen daherkommt und durch eine äußerst erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne ermöglicht wurde. Nun widmete sich Shear wieder voll und ganz Assemblage 23 und veröffentlicht mit „Endure“ sein 7. Album. Gestern, am 09.09., ist es via Metropolis Records erschienen.

„Endure“ ist ein eher ungewöhnliches Album in der bisherigen Assemblage 23 Diskografie: Es sprengt nicht nur die anerkannten Genre-Typen sondern auch Shear zeigt sich von einer neuen Seite. Das beste Beispiel dafür ist bereits der Titeltrack und zugleich Opener „Endure“, welcher als faszinierendes Instrumental daherkommt und bereits neugierig auf den Rest des Albums macht. In Form einer apokalyptischen Geschichte folgt der anschließende Song „Afterglow“. Eher ruhigere, dennoch tanzbare Melodien harmonieren perfekt mit Tom Shears einzigartiger Stimme. „Bravery“ erinnert den Zuhörer daran, dass wir alle Selbstzweifel haben und persönliche Schlachten kämpfen. Und dass eines Tages daraus Aufzuwachen ein Akt der Tapferkeit ist („some days just waking up is an act of bravery“). Untermauert wird dies durch einen hämmernden Beat. Hier gehen die Lyrics direkt ins Ohr.

„Salt the Earth“ ist an und für sich eine schöne EBM Nummer, welche besonders durch das Songwriting heraussticht. Jedoch wirkt der Titel auf dem Album zwischen „Bravery“ und dem folgenden „Static“ ein wenig fehlplatziert und sticht nicht so deutlich heraus wie dem Titel gebührt. Mit einem klagenden Piano-Gewand beginnt das bereits erwähnte „Static“ mit einer für Assemblage 23 sehr untypischen Art und Weise. Jedoch baut sich das Lied durch die hinzukommenden Synth-Effekte und die Saiteninstrumente auf. Auch hier sticht erneut Shears einzigartige Stimme hervor, welche er gekonnt präsentiert. „Call the Down“ und „Butterfly Effect“ sind im Gesamteindruck, sowohl durch die Instrumentalisierung als auch durch die Vocals, starke Album-Tracks. Gerade beim ersten genannten Song gehen auch die Lyrics direkt ins Ohr und haben definitiv Ohrwurmpotenzial! Einer der Höhepunkte von „Endure“ ist der nachfolgende Titel „Barren“: Ein Stück, dessen Texte den Hörer zum Nachdenken anregen, jedoch gleichzeitig eine fantastische Club-Nummer! Mich würde es nicht wundern, wenn „Barren“ ein fester Bestandteil der kommenden Assemblage 23 Live-Shows wird. Bevor „December“ das Album abschließt, folgt mit „Grid“ ein weiterer starker Titel bei dem Gesang und Sounds wunderbar harmonieren. Auch beim letzten Titel „December“ zeigt Shear einmal mehr, dass seine emotionale Stimme einen tanzbaren Song voll mit Trauer und Bedauern füllen kann.

Fazit: Mit „Endure“ schließt Assemblage 23 nicht nur an die Erfolge des Vorgängers „Bruise“ an, sondern übertrifft diese noch! Auch „Salt the Earth“ ist eine wunderbare Nummer, wirkt an der Stelle zwischen „Bravery“ und „Static“ nur ein wenig deplatziert. Tom Shear übertrifft sich wieder einmal selbst und wird Liebhabern des elektronischen Musikgenres mehr als gerecht. Von daher eine absolute Kaufempfehlung von mir! Persönliche Anspieltipps von mir sind „Barren“, „Bravery“ und „Call The Down“.

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