Arch Enemy – 16.09.2017 – Posthof Linz – Bericht

Richtig harter Metal kehrte zurück nach Linz. Dabei sprechen wir nicht gerade von Unbekannten, denn niemand geringerer als Arch Enemy in Begleitung von Jinjer beehrten die oberösterreichische Landeshauptstadt vergangenes Wochenende. Am Samstag, den 16. September 2017 fanden sich Metalheads aus dem ganzen Land im Posthof am Linzer Hafengelände ein, um in den Genuss zwei starker Konzerte bekannter Female-Fronted-Bands zu kommen. Zum ausverkauften Event war der mittlere Saal der Veranstalter mit 900 Personen gerammelt voll, selbst die Sitzplätze waren belegt.

Jinjer_27 KopieBevor der Saal komplett gefüllt war, fingen um 20 Uhr Jinjer an zu spielen. Die ukrainische Support-Band spielte definitiv härtere Musik als der Hauptact des Abends. Irgendwo zwischen Metalcore und Death-Metal ließe sich die Gruppe einordnen. „King Of Everything“ heißt das Album, welches die Ukrainer im Gepäck hatten; das zweite der Band, welches bereits vor 14 Monaten erschien. Die Eigenproduktionen wurden aber eher in den Hintergrund gedrängt, Frontfrau Tatiana Shmailyuks kündigte stattdessen begeistert das brandneue Album von Arch Enemy an, „Will To Power“. Mit Power ging es auch weiter, der Auftritt lebte von der starken Show Tatianas, die im gelben Sweater einen Kontrast zur ansonsten recht dunklen Erscheinung der Truppe bot, verwendete man doch ausschließlich Backlight zur Bühnenbeleuchtung. Die Sängerin growlte und shoutete eine Dreiviertelstunde lang, was das Zeug hielt. Abgesehen von kurzen Zwischensequenzen mit cleanem Gesang war’s das auch schon. Zum Aufwärmen oder zum Munterwerden reichte das allerdings.

Noch einmal schön tief Luft holen, denn nun wurde es richtig eng im Pit. Schon während der Umbaupause wurde es schwierig, sich zu bewegen ohne jemandem auf die Füße zu treten. Dann wurde es plötzlich still – und gleich darauf ziemlich hell und laut. Arch Enemy legten mit einer, im wahrsten Sinn, blendenden Lichtshow los und brachten den Saal zum Beben. Los ging es gleich schnell und heftig mit „The World is Yours“. Und so rasant, atemberaubend sollte es auch bleiben. Ohne Pause wurde ein kräftiger Song nach dem anderen gespielt und das Publikum zum Mitmachen animiert. Dieses reagierte anfangs eher zurückhaltend – wahrscheinlich aber hauptsächlich wegen des akuten Platzmangels – doch bei „No Gods, no Masters“ traute sich schließlich auch der erste Crowdsurfer über die Menge hinweg zu flitzen.

Wie bereits mit dem ersten Song, stimmten Arch Enemy selbstredend auf ihrer „Will to Power“-Tour auch auf das neue Album der Schweden ein. Daraus wurden noch einige Stücke mehr gespielt, wie „Blood in the Water“, „The Race“ und „The Eagle Flies Alone“. Zum Ende hin wurden schließlich noch einige ältere Lieder mehr gespielt, unter anderem „We Will Rise“, „Avalanche“ und „Snowbound“. Auch ArchEnemy_05 Kopiedie Songs aus der Zeit bevor Alissa White-Gluz der Band vorstand, verkörperte sie in topform und als ob sie immer schon dabei gewesen wäre. Alissa ist nicht nur ein Hingucker – sie passt perfekt zum neuen Antlitz der Band. Mit ihrer Arbeit am neuen Tonträger, wo sie teilweise schon selbst an den Texten gefeilt hat, sicherte sie sich diesen Platz nicht nur, sie gab auch der Band ein neues Gesicht und das nicht bloß visuell.

Nach drei Zugaben bedankte man sich recht herzlich bei der freudigen Menge, die man dann gefühlt viel zu früh wieder nach Hause entließ. Doch schließlich konnte man sich die Band ja nach Hause mitnehmen, sei es in Form der neuen CD oder eines anderen Produktes vom prall gefüllten Merch-Stand. Der Abend in Linz hatte es jedenfalls ordentlich in sich!

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