Andreas Puchebuhr – Schweinzeit – Buch-Rezension

imageTomas Ohse, Inhaber eines kleinen Ein-Mann-Versicherungsbüros, der nicht wirklich weiß, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Er hört gern Metal, steht nicht gern früh auf und hat eigentlich keine Besonderen Vorlieben oder Abneigungen, die ihn aus der Masse herausheben würden. Eins ist ihm aber klar: er muss etwas in seinem Leben ändern!

Gesagt, getan. Tomas krempelt die Ärmel hoch, trinkt sich noch einen über den Durst und wird Philosoph. Kaum ist dieser Entschluss gefasst, wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Ein sprechendes Schwein platzt in seine Wohnung und die Ereignisse überschlagen sich. Das Schwein reist mit Tomas durch die Zeit, an verschiedene Orte. Eines oder auch gleich mehrere Zeitparadoxen treten auf, überlagern sich und der selbsternannte Philosoph weiß bald nicht mehr wo ihm der Kopf steht.
Am Ende besteht die Zeitreisegesellschaft aus Nachbar Ansgar, der sich für Johannes den Täufer hält, Hermann Göring aus dem Jahre 1937, Egon Krenz, der immer mal wieder plötzlich aus dem Nichts erscheint, dem türkischen Muezzin Taifun, dem (wie sich später herausstellt) Stasi-Schwein und Tomas selbst. Während sich alle gemeinsam immer mal wieder besaufen und tiefe Freundschaften entstehen, muss Tomas das Raum-Zeit-Gefüge wieder richten. Und so soll aus dem Versicherungskaufmann/Philosophen ein Metal-Gott werden! Ein Virtuose, der jeden Welthit schreibt, bevor es ein anderer tun kann. Schließlich kennt Tomas die beste Musik aus 26 Jahren ja schon.
Klingt verwirrend? Ist es auch irgendwie. „Schweinzeit“ ist ein Buch, das es in sich hat. Zu Beginn fühlte ich mich persönlich sehr an die phantastischen „Känguru Chroniken“ erinnert, aber schnell wurde klar, dass Andreas Puchebuhr hier etwas völlig anderes auftischt. Hier werden die Gesetze der Physik zum Thema Zeitreisen durch ein furzendes Schwein einfach mal außer Kraft gesetzt und die Geschichte wird durcheinander geworfen. Göring wird kein Kriegsverbrecher, die DDR wird zu einer Weltmacht und Tomas Ohse schreibt Songs wie „Wind of change“, „Smells like Teenspirit“ und „Sonne“. Ein völlig unlogischer kurzer Roman, der einem so manches Mal ein Kopfschütteln entlockt. Allerdings muss man Storys wie „Schweinzeit“ akzeptieren wie sie sind und sein eigenes Wissen hintenanstellen. Dann wird das Zeitreise-Chaos nämlich zu einem humoristischem Werk, dass Anerkennung verdient. Auch wenn man nicht so leicht in die Handlung einsteigt und man ständig verwirrende Ereignisse wie Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, hat Puchebuhr eine lustige Geschichte gezaubert.
Empfehlenswert ist „Schweinzeit“ für alle, die Teile der Geschichte mal aus der „Was wäre wenn“ – Perspektive erfahren wollen. Dies gelingt dem Autor nämlich trotz allem Witz und trotz aller Verwirrung sehr gut. Denn was wäre mit der Musik geworden, wenn Tomas als Jugendlicher den Bandwettbewerb nicht verpatzt hätte?

Erschienen ist „Schweinzeit“ von Andreas Puchebuhr bereits am 01.11.2014 im Unsichtbar-Verlag und fasst insgesamt 192 Seiten. Das Vorwort ist von Toby Fuhrmann.
Bestellen könnt ihr es gleich hier: Andreas Puchebuhr – Schweinzeit

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